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  • Shards stellt Fliesen aus Bauschutt her – ein Leuchtturmprojekt für die Bauwende
    Shards stellt Fliesen aus Bauschutt her – ein Leuchtturmprojekt für die Bauwende
  • Standby versorgt Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Co. mit Signallampen auf dem Fahrzeug. Die halten länger als die Fahrzeuge – und das Unternehmen nimmt sie zurück, um sie zu erneuern und ihre Lebensdauer zu erhalten.
    Standby versorgt Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Co. mit Signallampen auf dem Fahrzeug. Die halten länger als die Fahrzeuge – und das Unternehmen nimmt sie zurück, um sie zu erneuern und ihre Lebensdauer zu erhalten.
  • Stannol ist traditioneller Hersteller von Lötzinn-Produkten. In Zusammenarbeit mit einer fairen Mine in Peru ist eine komplett nachhaltige Produktreihe entstanden.
    Stannol ist traditioneller Hersteller von Lötzinn-Produkten. In Zusammenarbeit mit einer fairen Mine in Peru ist eine komplett nachhaltige Produktreihe entstanden.
  • Janando repariert und erneuert Elektronikprodukte wie Smartphones, Laptops und Co.
    Janando repariert und erneuert Elektronikprodukte wie Smartphones, Laptops und Co.

Effizienz-Preise NRW für Elektronik-Refurbisher, Fliesenretter, Blaulicht-Lebensverlängerung und faires Lötzinn

Zum zehnten Mal gab es für Unternehmer*innen und Nachwuchs-Designer*innen in NRW Preise für besonders innovative ressourcenschonende Produkte, Dienstleistungen und Ideen, mit denen sie Zeichen bei der Einsparung von Material und Umweltbelastung setzen. Für die Sorgfalt entlang der Lieferkette gab es einen Sonderpreis für das nachhaltige Gesamtkonzept.

Mittlerweile dürfte es den meisten Menschen klar sein, dass es ohne eine Energiewende mit der Abkehr von fossilen Emissionen nicht gelingen wird, Klimaneutralität zu erreichen und die Auswirkungen bereits überschrittener planetarer Grenzen zu begrenzen – unabhängig von den Ergebnissen des UN-Klimagipfels 2023 in Dubai.

Dass dazu auch eine Ressourcenwende bei Produktion, Dienstleistungen und Konsum gehört, geht in der Debatte meist unter. Ohne umfassende Reduktion des Einsatzes von Rohstoffen, Material und Energie werden sich die Ziele zur Begrenzung der Erderhitzung, des Artensterbens und der sozialen Ungleichheit nicht erreichen lassen, zeigen die Beiträge im factory-Magazin Ressourcen.

Die Entwicklung einer ressourcenschonenden Wirtschaft und Gesellschaft ist deshalb essenziell gerade für die reicheren Länder und Regionen. Bisher sind jedoch Grenzensetzungen durch höhere Rohstoffbepreisung wie Ressourcensteuern politisch, wirtschaftlich und ebenfalls bei Verbraucher*innen äußerst unbeliebt – mangels ausgleichender gerechter Gestaltung wie bei der Entwicklung von Wärmewende und “Klimageld” zu sehen. Zumal dann auch bisherige Rohstoff-Geschäftsmodelle nicht länger profitabel wären.

Der Druck zum ressourcenschonenden Produkt

Immerhin geht die Europäische Union mit einer Verschärfung der Ökodesign-Richtlinien und Geltungserweiterung über alle Produktgruppen nun offenbar einen hoffentlich wirksamen Schritt voran. Zudem fordern Lieferkettengesetze in EU und Deutschland immer mehr Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit in der Produktion ihrer Vorprodukte auf.

Diejenigen, die sich bereits jetzt darum bemühen, dürften darum besser auf Veränderungen vorbereitet sein und sich im Wettbewerb um Kunden angesichts ihres Engagements auch durchsetzen.

Dieses Engagement zur Ressourcenschonung und Stärkung der ressourcenschonenden Wirtschaft belohnt die Effizienz-Agentur NRW seit dem Jahr 2000 mit dem Effizienz-Preis NRW. In diesem Jahr verlieh sie ihn zum zehnten Mal, zusammen mit dem Nachwuchspreis MehrWert NRW und mit der Unterstützung der Verbraucherzentrale NRW und der NRW.Bank.

Mit insgesamt 20.000 Euro konnte der nordrhein-westfälische Umweltminister Oliver Krischer die Preisträger*innen bei einem Festakt im Umweltministerium belohnen. Krischer betonte, dass die Transformation Nordrhein-Westfalens zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas nur gelingen werde, wenn ressourcenschonende Produkte und Dienstleistungen dabei eine wichtige Rolle spielen würden.

Vom Elektronik-Refurbisher über Fliesenretter zu Blaulicht-Lebensverlängerung und fairem Lötzinn

Vier Preisträger gab es beim diesjährigen Effizienz-Preis NRW:

Die Janado GmbH aus Düsseldorf wurde für die erfolgreiche Entwicklung eines innovativen Wiederaufbereitungssystems für Firmen-IT mit dem Hauptpreis in der Kategorie „Dienstleistung“ ausgezeichnet. Durch das Refurbishing (zu Deutsch: Wiederaufbereitung) erhalten Elektronikgeräte ein zweites Leben, was die Notwendigkeit einer Neuproduktion verringert und die Umweltauswirkungen minimiert.

Die Shards GmbH aus Sassenberg erhielt für die erfolgreiche Entwicklung einer nachhaltigen Fliese aus Bauschutt den Hauptpreis in der Kategorie „Produkt“. Die sogenannten „Shards“ können nach der Nutzungsphase ohne Ressourcenverlust zu neuen Fliesen verarbeitet werden.

Die Standby GmbH aus Dinslaken wurde für die Wiederaufbereitung hochwertiger Sondersignalanlagen u. a. für Polizei und Feuerwehr mit dem Hauptpreis in der Kategorie „Produktlebenszyklus“ ausgezeichnet. Das Verfahren verlängert die Nutzungszeit der Lichtbalken von einem auf mehrere Lebenszyklen, wodurch bis zu 80 Prozent des Materials eingespart werden kann, das bei der Neuproduktion von Lichtbalken anfallen würde.

Für die nachhaltige Löttechnik-Produktlinie „greenconnect“ und insbesondere für die nachhaltige Gesamtausrichtung vieler Teilbereiche des Unternehmens erhielt die Stannol GmbH & Co. KG aus Velbert den Sonderpreis in der Kategorie „Gesamtkonzept“.

In der Linie werden Lotbarren, Lötdraht, Lotpaste und Flussmittel, die auf Basis recycelten Ausgangsmaterials oder nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden, angeboten und verkauft. Außerdem wird die Lieferkette mittels Blockchain-Technologie verfolgt, um die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards zu gewährleisten.

Nachwuchspreis MehrWert NRW für Nutzerfreundliche Konzepte

Zum vierten Mal wurde zusammen mit dem Effizienz-Preis NRW auch der Nachwuchspreis MehrWert NRW vergeben. Studierende, Hochschulabsolventen und Auszubildende konnten sich mit ihren ressourcenschonenden Innovationen um den Preis bewerben. Der Nachwuchspreis ist mit insgesamt 3.000 Euro dotiert.

Den diesjährigen Nachwuchspreis vergab die Jury an:

Pablo Brugger, Student der ecosign/ Akademie für Gestaltung (Köln), für die Produktidee „Cue“, welche Rettungskräften eine effiziente Nutzung von Sauerstoff unter Stress ermöglicht, indem es die Restzeit des verbleibenden Sauerstoffs anhand der Durchflussrate berechnet. Ökologische und ökonomische Vorteile werden durch die modulare Bauweise und die damit verbundene Langlebigkeit ermöglicht.
 
Laura Grönewald und Julian Weiblen von der Universität Siegen für die Waschmaschinenkonzepte „Sustainability by design“, mit denen die Anwender:innen zur Wahl von Energiesparprogrammen und ökologischen Einstellungen motiviert werden können. Die Konzepte sind Ergebnis einer Masterarbeit an der Universität Siegen, die Teil eines vom BMBF geförderten Forschungsprojekts war. Dabei war Miele Kooperationspartner.

Für das Bestattungskonzept „Eleazar“ erhielt Jonathan Pohlke, Student der ecosign/ Akademie für Gestaltung, eine Sonderauszeichnung der Jury. Bei dem Konzept wird eine Aschekapsel eines Verstorbenen in einem Pflanzgefäß beigesetzt, was Boden- und Grundwasserbelastung durch Humanasche vermeiden soll. Eleazar funktioniert als gesamtheitliche neue Gestaltungsform, ist aber auch für bestehende Friedhöfe geeignet.

Mehr zu den Preisträger*innen und Hintergründen hat die Effizienz-Agentur NRW in einer Broschüre und auf der Website des Effizienz-Preises NRW zusammengetragen.

Wer mehr zum ressourcenschonenden Design von Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen erfahren will, wird in den factory-Magazinen Design, Ressourcen und Klimaneutral fündig – oder im entsprechenden Themenbereich, dort mit aktuellen News.

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