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  • Wildnis in Deutschland, die Einstiegsseite. Bild: Screenshot Wildnisindeutschland.de
  • Die Karte für die Wildnisgebiete
  • Das factory-Magazin Vielfalt zeigt mehr ...

Mehr Vielfalt durch mehr Wildnis, Natur- und Klimaschutz

Die Vielfalt der Arten ist nicht nur die Grundlage allen Lebens auf der Erde, sie sichert auch dessen Widerstandsfähigkeit. Die gegenwärtige Wirtschaftsweise bedroht diese weltweit, sie verschwindet in einem nie dagewesenen Tempo. Die weltweite Biodiversität zu schützen, durch „Acting locally for global impact,“ ist der Aufruf der UN am Internationalen Tag der biologischen Vielfalt 2026. Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig.

Artenvielfalt und Artensterben erhalten in der Öffentlichkeit und vor allem bei politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen immer noch zu wenig Aufmerksamkeit.

Zwar gibt es mit dem Kunming-Montreal-Abkommen inzwischen eine internationales Vereinbarung für den Schutz von weltweit 30 Prozent Land- und Meeresfläche bis 2030.

Aber an die eigentlichen Ursachen des Artensterbens wie die intensive Landwirtschaft, der Verlust von Lebensräumen und die fortschreitenden Schadstoffeinträge gehen die jeweiligen Regierungen weltweit nicht mit besonderen Wandel-Ambitionien heran. Bis auf wenige Ausnahmen, wo Volksentscheide sich sowohl juristisch wie real durchsetzen – wie in Equador gegen Ölbohrungen und Minengebiete.

 

Abschwächen und Verzögern

Dabei gäbe es genügend Möglichkeiten für Politik und Wirtschaft, Unternehmen systematisch “naturgerechter” zu entwickeln, zeigt der Weltbiodiversitätsrat IPBES. Er bezeichnet das Nicht-Handeln als wachsendes systemisches Risiko für diese.

Statt die europäische Wirtschaft durch fortschrittliche Rahmensetzungen systematisch umzubauen und zu sichern, geht es nach ambitioniertem Beginn mit dem Green New Deal und angekündigtem Verbrenner-Zulassungs-Aus wieder rückwärts. So schwächt zum Beispiel die EU-Kommission auf breiter Front europäische Umwelt- und Naturschutzgesetze – mit Unterstützung der deutschen Bundesregierung. 

Auch die Verzögerung und Abschwächung von Lieferkettensorgfalts- und Berichtspflichten sowie der Verordnung für entwaldungsfreie Produkte führt in den jeweiligen Rohstoffländern nicht zu einer Verbesserung des Naturschutz.

Und der Zustand der Biodiversität in Deutschland ist besonders alarmierend: Über zwei Drittel der Arten und der Lebensraumtypen, die unter die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie fallen, werden als „ungünstig-unzureichend“ oder „ungünstig-schlecht“ eingestuft.

 

Willkommen Wiederherstellung!

Gleichzeitig besteht aber mit der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (WVO) eine Verpflichtung für die Mitgliedsstaaten, geschädigte Ökosysteme wieder in einen guten Zustand zu bringen, den Verlust der Artenvielfalt aufzuhalten und darüber hinaus eine Trendumkehr zu erreichen.

Die WVO gibt dafür klare Ziele und Fristen vor. So sollen nicht nur 20 Prozent der Land- und Meeresfläche "wiederherstellt" werden, sondern künstliche Barrieren bei Flüssen und Auen beseitigt werden.

"Hinsichtlich der Bestäuberpopulationen sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, den Rückgang der Bestände spätestens bis 2030 umzukehren und deren Artenvielfalt zu verbessern. Bis 2030 sollen 30 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Moorböden wiederhergestellt werden. Dies soll bis 2040 auf 40 Prozent und bis 2050 auf 50 Prozent erweitert werden", fasst das Portal Ökolandbau zusammen.

Und "in Waldökosystemen soll der Totholzanteil und der Waldvogelindex gesteigert werden." Waldgebiete sollen vernetzt, nachhaltig (wieder-)aufgeforstet und städtische Gebiete begrünt werden. "Bis 2030 sollen zusätzliche drei Milliarden Bäume gepflanzt werden."

Schließlich hat auch der Wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen (WBBGR) im Mai festgestellt, dass gerade die Landwirtschaft bei der Umsetzung der WVO eine große Verantwortung trägt.

Ohne die aktive Unterstützung durch die Landwirtinnen und Landwirte werde es nicht gelingen, die degradierten Ökosysteme der Agrarlandschaften in einen guten ökologischen Zustand zu überführen. Deswegen sollten "nachhaltige Anbausysteme", allen voran der Ökolandbau stärker gefördert werden, empfiehlt der WBBGR.

 

Bio besser für Vielfalt … 

Dass die biologische Landwirtschaft bzw. der Ökolandbau viel für die Biodiversität leistet, belegen zahlreiche Studien. Zum Beispiel ist die Artenzahl der Wildkräuter fast doppelt so hoch wie im konventionellen Landbau – und die der Feldvögel und Insekten bedeutend höher.

Offenbar – wer hätte das gedacht – wirkt sich der Verzicht auf chenmisch-synthetische Pflanzenschutzmittel positiv auf die Lebensbedingungen wildlebender Tiere und Pflanzen aus.

So führt der Verzicht auf Stickstoffdünger zu einem geringeren Nährstoffniveau und mehr gemeinsamen Lebensraum. Das Nebeneinander von Kultur- und Begleitpflanzen erhöht die Artenvielfalt.

Und das ist nicht nur auf den Ökoflächen selbst so, sondern auch in der umliegenden Landschaft. Je mehr Öko, umso mehr Vielfalt in der Umgebung bei Wildpflanzen, Bestäubern und Nützlingen.

Allerdings ist im biovielfältigen geteilten Lebensraum des Ökolandbaus der Ertrag pro Hektar Fläche z. B. bei Weizen und Mais um 30 bis 40 Prozent geringer. Würde man aber in den Industrienationen den Fleischkonsum stärker reduzieren, wie das die Wissenschaft ohnehin zur Erhaltung von Öko- und Wirtschaftssystemen empfiehlt, ließe sich zusammen mit einer geringeren Lebensmittelverschwendung ein flächendeckender Ökoanbau durchaus realisieren.

Denn Mais wird hierzulande zu 60 Prozent als Futter für Nutztiere verwendet und zu 35 Prozent für die Energiegewinnung. Selbst bei Weizen werden 52 Prozent zu Brot und Backwaren und fast 44 Prozent zu Tierfutter und Energie.

 

… und Resilienz

Biolandwirtschaft könnte die Menschen sogar weltweit versorgen – und das die Abhängigkeit von energie- und ressourcenintensiver Mineraldünger- und Agrarchemieproduktion beenden. Allerdings würde eine solche Entwicklung das fossile Geschäftsmodell gefährden, woran die Erzeugerländer kein Interesse haben dürften.

2026 zeigt die zweite große Energiekrise seit dem vollen Krieg gegen die Ukraine 2022, wie es läuft: So lässt z. B. der Krieg gegen Iran und dessen Blockade der Straße von Hormus die Stickstoffdüngerpreise steigen, weil der Harnstoff dafür mit Erdgas aus Katar, den Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait hergestellt wird.

Dabei ließe sich gerade in den davon abhängigen tropischen asiatischen Ländern auf der gleichen Fläche in ökologischer Mischkultur genauso viel und sogar mehr als konventionell anbauen, weil der Stickstoff aus Kompost oder Leguminosen durch die hohen Temperaturen den Pflanzen schneller zur Verfügung steht, zeigen die Erfahrungen.

Zudem bedeutet eine biodiverse Mischkultur auch ein geringeres Risiko bei Schädlingsbefall einer einzelnen Kultur. Überall dort, wie die Bäuer*innen vielfältigeren Bioanbau praktizieren, nimmt die Ernährungsunsicherheit ab. Denn mit der Erhöhung der Vielfalt entsteht ein eigenes Mikroklima und eine Umgebung, "in der sich Schädlinge und Nützlinge gegenseitig besser in Schach halten", wie Markus Wolter der taz über entsprechende Misereor-Projekte erzählt.

 

Die deutsche Regierung könnte handeln

Flächendeckende Biolandwirtschaft ist in Deutschland eine Utopie, der Ökolandbau kommt 2025 auf einen Flächenanteil von 11,7 Prozent, 2015 waren es 6,5 Prozent. Vielversprechend ist dagegen wieder mal das Ziel: Bis 2030 sollen es 30 Prozent sein. Dabei leiden die Biobäuer*innen weniger unter den fossil-bedingten Preissteigerungen, weil sie eben auf Mineraldünger und Pestizide verzichten.

Genau dieses fossile Geschäftsmodell ist aber 2026 auch wieder das, was die gegenwärtige Bundesregierung erneut überwiegend verfolgt. Ihr Weg sieht damit eher weniger als mehr Naturschutz vor. Schließlich führt eine Abkehr vom geplanten Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen, wie sie die Bundesregierung zum Beispiel mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz vornehmen will, eben auch nicht zu mehr Artenschutz.

Die Lage ist aber ernst: Laut Weltbiodiversitätsrat (IPBES) sind von den geschätzten acht Millionen Tier- und Pflanzenarten rund eine Million vom Aussterben bedroht, viele bereits in den nächsten Jahrzehnten. Seit 1970 sind die Bestände vieler Wirbeltiere im Durchschnitt um 73 Prozent zurückgegangen.

Und in Deutschland ist ein Drittel der im 2024 erschienenen "Faktencheck Artenvielfalt" (PDF kostenlos) untersuchten Arten bestandsgefährdet. Drei Prozent der Arten sind hierzulande bereits ausgestorben. Die Bestäubersituation ist dramatisch, weil fast die Hälfte aller Wildbienenarten als gefährdet gilt.

Immerhin ist das Insektensterben auch eine Gefahr für die Ernährungssicherung der Menschen dar: Fast 90 Prozent der wildblühenden Pflanzen hängen von Insektenbestäubung ab.

 

Mehr Wildnis wagen

Entsprechend fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum internationalen Tag der biologischen Vielfalt 2026 mehr Wildnis in Deutschland. Wildnisgebiete seien unübertroffen, wenn es die Bewahrung biologischen Reichtums gehe, gleichzeitig stabilisierten sie sowohl das Klima als auch den Wasserhaushalt.

"Diese Gebiete, in denen sich die Natur auf großer Fläche ohne das Eingreifen von Menschen entwickeln kann, sind hierzulande mit 0,6 Prozent der Landesfläche viel zu selten", schreibt der BUND in seinem Wildnis-Plädoyer.

Die Bundesregierung müsse endlich mindestens zwei Prozent der Landesfläche als Wildnisgebiete ausweisen, wie das bereits 2007 in der Nationalen Biodiversitätsstrategie beschlossen und vor zwei Jahren bekräftigt worden sei.

Eine Studie der ‚Initiative Wildnis in Deutschland‘, ein breites Bündnis aus 22 Naturschutzverbänden und Stiftungen inklusive. BUND, hatte allein auf öffentlichen Flächen ein Wildnispotenzial von zusätzlich 1,67 Prozent der Landesfläche identifiziert.

Der Umweltverband fordert, mittelfristig sogar auf fünf Prozent der Landesfläche Wildnisgebiete einzurichten, um Biodiversität, Klima und Wasserhaushalt besser zu schützen.

 

Sich entwickelnde Natur ist effektiv

Mindestens 1000 Hektar sollen Wildnisgebiete umfassen, in Mooren, Auen und an Küsten mindestens 500 Hektar. Hier soll sich die Natur frei von Eingriffen durch Industrie, Infrastruktur, Land- oder Forstwirtschaft entwickeln können.

Wildnisgebiete dienen auch direkt den Menschen: Sie dürfen sie für Erholung, Tourismus, Bildung und Forschung betreten und nutzen. Und sie sind erwünscht: Zwei Drittel der Erwachsenen würden es laut Naturbewusstseinsstudie 2023 begrüßen, wenn es mehr Wildnis in Deutschland gäbe.

 

Erholungsgebiete für die Arten

Auch Wildnis im Meer ist wichtig: Marine Wildnisgebiete müssen dabei mindestens 30 Quadratkilometer groß sowie ohne jegliche menschliche Nutzung sein. Sie dürfen möglichst nicht durch Kabeltrassen oder Fahrrinnen zerschnitten sein und sich dauerhaft ungesteuert entwickeln dürfen.

Deutschland hat zwar auf seinen Meeresflächen in Nord- und Ostsee Naturschutzgebiete auf 26.000 Quadratkilometer eingerichtet, doch auch hier sind Fischerei, Schifffahrt, Müll, Lärm und eingeschwemmte Nährstoffe weiterhin vielfach an der Tagesordnung. Das sei ein Grund, warum die biologische Vielfalt in Meeren noch schneller zurück geht als an Land, so der BUND.

Neben ihrer Funktion als Refugien für die biologische Vielfalt der Meere sind marine Wildnisgebiete die Grundlage des marinen Nahrungsnetzes. In ungestörtem Meeresboden entwickeln sich zahlreiche Kleinst-Lebewesen von denen eine Fülle von Fischen und Meeresvögeln bis hin zu den heimischen Meeressäugern wie Schweinswal, Seehund und Kegelrobbe profitiert.

Auch ist nur in Wildnisgebieten genug Raum und Zeit vorhanden, damit sich Ökosysteme erholen und an die Folgen der Klimakrise anpassen können. Zudem sind gesunde Meere zentrale Kohlenstoff-Speicher: Beispielsweise können intakte Seegraswiesen, wie sie einst großflächig in Nord- und Ostsee wuchsen, auf gleicher Fläche mehr Kohlenstoff binden als tropische Wälder – und speichern ihn langfristig im Meeresboden.

 

Wildnis lässt sich gern bewundern

In Wildnisgebieten gibt es viel zu entdecken. Selten wird es Besucher*innen geben, die nicht beeindruckt sind und viel Motivation für den Erhalt biologischer Vielfalt mitnehmen.

Für sie hat die Initiative Wildnis in Deutschland eine Karte mit allen 85 Wildnis- und Wildnisentwicklungs-Gebieten vom hohen Norden bis in die Alpen erstellt. Auf der Karte sind neben der geografischen Lage der Flächen jeweils Steckbriefe, Links zu Angeboten wie Führungen oder Erlebnis-Camps sowie zur umweltverträglichen Anreise abrufbar.

Eines der Gebiete, den Urwald Sababurg im hessischen Reinhardswald, porträtiert das factory-Magazin "Divestment" in einer Fotostory zum "Wert des Waldes".

Das Wildnisgebiet Hohe Schrecke in Thüringen, das der BUND besonders empfiehlt, ist ebenfalls ein artenreicher, urwüchsiger Laubwald. Es bildet mit 8000 Hektar eines der größten unzerschnittenen Laubwaldgebiete Deutschlands.

Riesige jahrhundertealte Buchen und Eichen die säumen die Wege, viele seltene Pflanzen und Tiere leben hier. Besonderes Wanderziel ist die neue Hängeseilbrücke, die mit 180 Metern das Bärental überspannt.

 

Jugend fordert: “Hände weg von der Natur”

Der WWF hat bereits am Natura-2000 Tag am 21. Mai mit Jugendlichen vor dem Bundeskanzleramt protestiert. Ihr Vorwurf: Die Bundesregierung höhle in großem Umfang Umwelt- und Naturschutzgesetze aus. Gleichzeitig treibe sie auf europäischer Ebene die Abschwächung zentraler Natur- und Umweltschutzinstrumente mit voran.

„Die Bundesregierung greift den Naturschutz an, die Basis für unsere Zukunft", sagt Felicia Engel, Sprecherin der WWF Jugend. "Wir sagen: Hände weg von der Natur, denn Naturschutz ist Generationengerechtigkeit." Denn vor allem junge Menschen müssten mit den Entscheidungen von heute in den kommenden Jahren leben. "Wir haben ein Recht auf eine zukunftsfähige Politik", so Engel.

Mit dem Infrastrukturzukunftsgesetz werde das bewährte Prinzip ausgehebelt, dass es für Flächenverbrauch einen Flächenausgleich geben muss, beklagt die WWF-Jugend. Durch das Gesetz würden künftig selbst Parkplätze wichtiger als der Schutz ihrer Lebensgrundlagen.

Gleichzeitig wolle die Bundesregierung mit Veränderungen im Umweltrechtsbehelfsgesetz Klagen durch Umweltverbände erschweren. Und auf europäischer Ebene unterstütze sie den Ruf nach Abbau von Standards, zum Beispiel beim Schutz von Grundwasser und Gewässern.

Am Natura 2000-Tag feiere die Europäische Union ihr einzigartiges zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten. Gleichzeitig zerstörten Mitgliedsstaaten wie Deutschland zusammen mit der EU-Kommission den Schutz der biologischen Vielfalt inner- und außerhalb von Schutzgebieten. "Das ist zynisch und zukunftsfeindlich“, meint die jetzige WWF-Europapolitik-Expertin und ehemalige Europa-Parlamentarierin Ska Keller.

 

Flüssiggas zerstört Ökosysteme

Einen Protest der anderen Art bietet das Aktionsbündnis an: Bei einer Massenaktion zivilen Ungehorsams im Ruhrgebiet und einem Klimacamp in Hamm steht der Ausbau von Gaskraftwerken im Fokus.

Damit will das für seine großen Blockadeaktionen in Braunkohlegruben bekannt gewordene Bündnis an frühere Proteste wie in Lützerath und am Hambacher Wald anknüpfen.

Weil Gas eine Risikotechnologie sei und der weitere Ausbau Energie- und wirtschaftliche Abhängigkeiten noch zementiere, wollen die zumeist jugendlichen Aktivist*innen demonstrieren. Im Aufruf heißt es: "Ende Gelände! Wer heute mit der Energiepolitik von vorgestern unsere Zukunft verfeuern will, muss weiter mit uns rechnen!"

Das per Fracking gewonnene Flüssiggas, auf das die Regierung vor allem setzt, gilt es als besonders klimaschädlich. Studien zufolge heizt es das Klima um ein Drittel stärker auf als Kohle. Das Wirtschaftsministerium plant etwa 20 neue Gaskraftwerke und will den Bau massiv subventionieren. Mit fünf bereits angekündigten Kraftwerken liegt ein Schwerpunkt des Gasausbaus im Ruhrgebiet.

Für Fran Leitner von Ende Gelände sind "diese Regierung und Konzerne Teil eines Systems der brutalen Naturzerstörung und Ausbeutung." Für gefracktes Flüssiggas würden Menschen von ihrem Land vertrieben und sensible Ökosysteme zerstört.

So helfe der Staatskonzern SEFE (Securing Energy for Europe GMBH), hervorgegangen aus der 2022 verstaatlichten Gazprom Germania, jetzt Argentiniens Kettensägen-Präsidenten Milei beim Erschließen einer der größten Frackinggasreserven der Welt in Vaca Muerta. "Den Preis dafür zahlen die Menschen, die dort leben. Deshalb leisten sie Widerstand."

 

Think global, act local!

Derartiger Protest könnte auch mit dem Motto des International Day for Biological Diversity (IDB) 2026 verbunden sein. "Acting locally for global impact,” is a call for us all to take action to halt and reverse biodiversity loss. Protecting biodiversity includes action close to home with positive ripple effects that can reach far beyond."

So heißt es auf der Themenseite der UN zur IDB 2026. Dort stellt die UN neben Toolkits auch Stories aus verschiedenen Ländern vor.

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