Freitag, 18. Januar 2019

Remanufacturing als Geschäftsmodell zur Rohstoffeinsparung

Bis zu 90 Prozent der Rohstoffe lassen sich durch Remanufacturing oder Refabrikation in der Produktion einsparen. Die Folge: die Teile sind oft günstiger und häufig sogar besser als die Originale. In Deutschland gilt Remanufacturing als noch weitgehend unentdeckt. Dabei bietet es viel Potenzial für Klimaschutz und echte Kreislaufwirtschaft.

Sinkender Verbrauch von Rohstoffen ist der beste Klimaschutz – und die beste Möglichkeit, intern und externe Kosten zu sparen. Denn dazu wird weniger Energie, weniger Fläche, weniger Umwelt verbraucht. So schrumpft durch Remanufacturing die Menge der benötigten Rohstoffe auf zehn bis 15 Prozent, die dadurch erhaltene Energieeinsparung  liegt bei 85 Prozent. Refabrizierte Automobilteile kosten z. B. zwischen 30 bis 75 Prozent weniger als Neuteile und haben häufig längere Standzeiten. Ein aufbereitetes 500 Kilowatt Windrad kostet 355.000 Euro statt eines neuen für 500.000 Euro. Bei einer 1,5 MW-Anlage liegt die Ersparnis bei 410.000 Euro. 

Besonders im Industrieland Deutschland ist das Potenzial der Refabrikation noch sehr hoch. Allenfalls im Automobilbereich und bei schweren Geräten und Anlagen wird es bereits häufiger eingesetzt. Dabei eröffnet die Wiederaufbereitung von Produkten und Produktkomponenten produzierenden Unternehmen aus der Automobil-, Elektronik-, Möbel- und vielen weiteren Branchen ein enormes Potenzial. Um diese Situation zu verbessern, veranstaltet das Wuppertal Institut im Rahmen eines europäischen Projektes einen Workshop zum Thema Remanufacturing.

Doch was macht Remanufacturing aus und welche Vorteile bietet es? Wie kann ein Geschäftsmodell aussehen? Welche Anforderungen stellen sich dabei an das Produktdesign und was sollte vor der Einführung im eigenen Unternehmen beachtet werden? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Workshops, der sich insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen richtet.

Der Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft Dr. Henning Wilts und die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Carina Koop, Susanne Fischer und Anne Müller vom Wuppertal Institut organisieren den Workshop. Neben Vorträgen zur Kreislaufwirtschaft und zum Remanufacturing wird es auch einen Praxisbericht eines Remanufacturer und einen interaktiven Part geben.

Der Workshop findet am Donnerstag den 24. Janauar 2019 von 14:00 bis 17:30 Uhr am Wuppertal Institut, Döppersberg 19 in Wuppertal statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Um vorherige Anmeldung per E-Mail an Carina Koop (carina.koop@wupperinst.org) wird gebeten.

Mehr zu Vorteilen und Zahlen des Remanufacturing im factory-Magazin Circular Economy oder online.

Bild: Canstockphoto.com



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