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  • Neue Gentechnik in den Supermärkten: Der Greenpeace-Check 2026. Screenshot: Greenpeace

Neue Gentechnik: Handelsketten mit unterschiedlicher Haltung

Ein Greenpeace-Check zeigt deutliche Unterschiede im Umgang deutscher Supermärkte mit neuer Gentechnik. Während Aldi und Rewe klare Regeln und Kennzeichnung fordern, bleiben Edeka und Lidl vage. Geplante EU-Regeln könnten die Wahlfreiheit der Verbraucher:innen deutlich einschränken.

Laut dem aktuellen Gentechnik-Supermarkt-Check von Greenpeace schließen Aldi Nord und Süd neue Gentechnik in ihren Produkten aus. Gemeinsam mit Rewe und Penny sprechen sie sich für eine strikte Regulierung und Kennzeichnung aus. Edeka, Netto, Lidl und Kaufland legen sich hingegen weder auf eine Ablehnung noch auf transparente Kennzeichnungsregeln fest.

Der Sortiments-Check von Greenpeace belegt zudem, wie sich die Supermarktregale schon heute bei Gentechnikfreiheit unterscheiden.

 

Gefahr für Transparenz und Wahlfreiheit

„Umfragen zeigen, dass Verbraucher:innen wissen wollen, was auf ihren Tellern landet. Doch die jüngsten Pläne der EU bedrohen die Transparenz bei der Gentechnik massiv”, sagt Anne Hamester, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace.

Hintergrund ist eine geplante EU-Deregulierung neuer Gentechnik-Verfahren. Künftig könnten viele gentechnisch veränderte Pflanzen ohne Kennzeichnung und ohne strenge Prüfungen zugelassen werden. Für Verbraucher:innen wäre beim Einkauf nicht mehr erkennbar, ob Lebensmittel gentechnisch verändert wurden.

„Marktriesen wie Edeka, Lidl und Kaufland müssen jetzt Farbe bekennen. Es braucht ein klares und geschlossenes Signal an die Politik: Wir wollen keine Gentechnik durch die Hintertür!“.

 

Folgen für Umwelt und Tierhaltung

Welche Folgen eine Ausnahme von der Kennzeichnungspflicht nach sich zieht, zeigt der aktuelle Sortiments-Check von Greenpeace bei Fleisch, Milch und Eiern. Da tierische Produkte nicht unter die gesetzliche EU-Kennzeichnungspflicht für Gentechnik fallen, ist es den Handelsunternehmen überlassen, ob sie gentechnikfreie Sortimente mit freiwilligen Siegeln kennzeichnen.

Der Greenpeace-Check belegt: Gerade bei Ware, für die viel Gen-Soja gefüttert wird - etwa bei Schweinefleisch - fehlen gentechnikfreie Produkte in nennenswerter Zahl. Der Vergleich zeigt deutliche Unterschiede im Einzelhandel: Während einige Ketten bereits hohe Standards bei der Gentechnikfreiheit setzen, bildet Edeka das Schlusslicht.

“Die Politik steht in der Pflicht, die Wahlfreiheit bei Gentechnik für Landwirtschaft, Handel und Verbraucher durch eine lückenlose Kennzeichnungspflicht zu sichern“, so Hamester. „Die Gentechnikfreiheit ist ein ökonomischer und ökologischer Erfolg, den wir jetzt verteidigen müssen.“

 

Entscheidung im EU-Parlament

Ein breites Bündnis aus Verbänden fordert eine lückenlose Kennzeichnungspflicht, um Umweltstandards und Wahlfreiheit zu sichern – und wendet sich mit einer Resolution gegen die Pläne der EU zur Deregulation neuer Gentechnik.

Nachdem Anfang Dezember 2025 der EU-Trilog eine umfassende Deregulierung beschlossen hat, soll das Europäische Parlament Anfang März abschließend über die Deregulierung abstimmen.

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