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Leitfaden zum Klimaschutz an Schulen

In vielen Schulen gibt es bereits engagierte Lehrkräfte und Schüler*innen, die Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung in Unterricht, Projekte und Freizeit integrieren – und das trotz geringer Kostenausstattung. Aus dem Schools4Future-Projekt ist nun ein Leitfaden entstanden, der Schulträgern und Lehrkräften über bestehende Hürden helfen kann – und auch das politische Klimaschutz-Engagement befördern soll.

Die Fridays-for-Future-Bewegung der Schüler*innen hat einiges bewegt. Nicht zuletzt durch ihre Demonstrationen der letzten Jahre entstand ein neues Bewusstsein für den dringend notwendigen Klimaschutz.

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts 2021 zur notwendigen Verschärfung der Klimaschutzziele, um die Freiheitsrechte der nachfolgenden Generationen zu bewahren, bestätigte das Engagement noch einmal.

Während die Plädoyers der globalen Klimastreiks zuletzt 2023 ein Ende der Finanzierung fossiler Brennstoffe forderten, richten sich die Fridays-Gruppen nun mit ihren Protesten auf die konkrete Stärkung des Öffentlichen Nahverkehrs – im Schulterschluss mit den Beschäftigten.

Die Demonstrationen und die große gesellschaftliche Resonanz der Fridays-for-Future-Bewegung hätten aber auch neuen Schwung in die Klassenzimmer gebracht, schreibt das Wuppertal Institut in einer Pressemeldung zu einem neuen Leitfaden zum Thema.

Dadurch stünden auch Schulträger unter Handlungsdruck, nachhaltiger zu agieren. Diesen Schwung habe man innerhalb des Projekts Schools4Future aufgegriffen, um das in Schulen schlummernde große CO2-Minderungspotenzial zu erschließen.

Doch gerade für Schulen stelle das eine Mammutaufgabe dar, denn hier seien nicht nur bauliche Maßnahmen nötig, sondern auch Verhaltensänderungen. Für die nachhaltige Entwicklung des schulischen Alltags biete der nun veröffentlichte Leitfaden praktische Tipps für Schulträger und Lehrkräfte. Vorgestellt wird das neue Buch mit dem Titel „Gemeinschaftsaufgabe Klimaschutz an Schulen” auf der Bildungsmesse didacta, die vom 20. bis 24. Februar in Köln stattfindet.

Schulen zur Veränderung der Verhältnisse ermutigen

Die Projektleiter*innen des WI betonen, dass es nicht nur darum gehe, die Schulgebäude energetisch zu sanieren, Solaranlagen auf den Dächern zu installieren und das eigene Verhalten zu ändern. Ziel sei es insbesondere, Schulen darin zu ermutigen, sich für eine Veränderung der Verhältnisse einzusetzen und sich im Sinne des Klimaschutzes politisch zu engagieren.

„Gerade Schulen leisten aufgrund ihres Bildungsauftrags einen wichtigen Beitrag dazu, Schüler*innen für Klimaschutz zu sensibilisieren und zu begeistern”, betont Oliver Wagner, Mitherausgeber und -autor des Leitfadens sowie Co-Leiter des Forschungsbereichs Energiepolitik am Wuppertal Institut. Daher sollten Lehrer*innen in ihrer Gestaltungskompetenz für mehr Klimaschutz gestärkt und dazu ermutigt werden, die Gemeinschaftsaufgabe Klimaschutz konkret anzugehen. Schließlich hätten Schulen das Potenzial, zu Orten des Wandels zu werden, die das Leitbild einer klimaneutralen Gesellschaft aktiv vorantreiben.

Ob Klimaschutzprojekte an Schulen, Anregungen für die Unterrichtsgestaltung, Entwicklung von Klimaschutz-Leitbildern oder Hinweise für den Austausch mit der örtlichen Politik sowie Gebäudemanagement: Der Leitfaden enthält konkrete Maßnahmen-Vorschläge und Strategien für Lehrkräfte und Schulträger, um das schulische Klimaschutz-Management effizient, erfolgreich und gemeinschaftlich voranzubringen.

“Alle ins Boot holen …”

„Wir wollen mit dem Buch für mehr Klimaschutz an Schulen werben und Schulleitungen, Lehrkräfte, Schüler*innen, Eltern, Hausmeister*innen sowie viele weitere Menschen aus dem Schulumfeld ins Boot holen”, erklärt Lena Tholen, Mitherausgeberin des Leitfadens und ebenfalls Leiterin des Schools4Future-Projekts am Wuppertal Institut.

Der Leitfaden bietet dafür einen ganzheitlichen Ansatz für die Schulentwicklung zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Mit konkreten Vorschlägen und Praxisbeispielen für die Arbeit mit Schüler*innen gibt das Buch zahlreiche Anregungen, Tipps, Informationen und Lösungsansätze, um die globalen Herausforderungen des Klimaschutzes konkret anzugehen. Partizipative Methoden der Beteiligung sollen die Schüler*innen empowern und die Lehrkräfte unterstützen, die eigene Selbstwirksamkeit – aber auch die der Schüler*innen – zu steigern.

Der Leitfaden „Gemeinschaftsaufgabe Klimaschutz an Schulen” erscheint am 6. März 2024 im Beltz-Verlag online und im Buchhandel und wird exklusiv vorab auf der Bildungsmesse didacta, die vom 20. bis 24. Februar in Köln stattfindet, vorgestellt. Eine Leseprobe gibt es auf den Verlagsseiten.

Mehr zum Engagement in Zeiten des Klimawandels im factory-Magazin Freiheit – und im factory-Magazin Change.

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