Donnerstag, 06. Februar 2014

Zahl der Energiegenossenschaften weiter gewachsen

Wer keine eigene Möglichkeit zur Installation von Photovoltaik- oder Windenergieanlagen hat und sich trotzdem in der Region beteiligen möchte, ist mit einer Energiegenossenschaft gut beraten.

888 Energiegenossenschaften gab es Ende 2013, gegenüber 2012 sind 142 dazu gekommen. Fast jeden dritten Tag gründen Interessierte irgendwo in der Republik ihre eigene Genosschenschaft, um per Sonne und Wind Strom zu produzieren. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Klaus Novy Instituts hervor.

Auch Genossenschaften mit regenerativen Heizsystemen sind darunter, erklärt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Grund für den Boom der Bürgerenergie ist seiner Ansicht nach die Investitionssicherheit, die dank der festgelegten Vergütungssätze und des Einspeisevorrangs für regenerative Energieanlagen bestehe. Dadurch zieht der positive Wachstumstrend der Energiegenossenschaften seit etwa sechs Jahren stetig an.

Die Erhebung untersucht auch die regionale Verteilung der Energiegenossenschaften nach Bundesländern. Dabei zeigt sich, dass die großen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen beim reinen Bestand ganz vorne sind. Mit 237 Energiegenossenschaften sind die Bayern im Ländervergleich die aktivsten „Energiebürger“ – Baden-Württemberg und Niedersachsen folgen. Die dynamischste Entwicklung weist jedoch Thüringen auf. Im Vergleich zu 2012 wuchs die Anzahl der Energiegenossenschaften hier um 70 Prozent.

 

„Energiegenossenschaften bieten den Menschen eine meist regional verankerte und zudem sichere Möglichkeit, das eigene Geld sinnvoll und ökologisch anzulegen. Außerdem können sich die Bürgerinnen und Bürger schon mit einem geringen Beitrag beteiligen und sich beim Umbau der Energieversorgung vor Ort aktiv einbringen“, so Vohrer zur Entwicklung des Bürgerengagements im Energiesektor.

Ob der Trend zu mehr Energiegenossenschaften so anhält ist die Frage. Die Pläne der Bundesregierung zur Beschränkung des Photovoltaik- und Windenergie-Ausbaus und die reduzierte Kürzung der Einspeisevergütung könnten viele potenziell Beteiligungswillige abschrecken.

Weitere Daten zu Energiegenossenschaften und Erneuerbaren Energien in den Bundesländern finden Sie auf dem AEE-Infoportal, ausführliche Berichte zu unterschiedlichen Energiegenossenschaften unter www.kommunal-erneuerbar.de.

Mehr zu Teilhabe- und Beteiligungsmöglichkeiten im factory-Magazin Teilhabe und dort im Beitrag von Christine Ax "Genossen für Energie und Region".



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