• Die Verbraucher unterstützen die Ziele der Energiewende, kritisieren aber ihre Umsetzung, so die Ergebnisse der vzbv-Umfrage im Juni 2013. Quelle: vzbv

Dienstag, 13. August 2013

Verbraucher wollen Energiewende mit mehr Gleichberechtigung

Eine große Mehrheit von 82 Prozent steht hinter der vor zwei Jahren begonnenenEnergiewende. Doch sie wollen weniger teure Offshore-Anlagen und weniger Ausnahmen für die Industrie, um den Strompreisanstieg zu bremsen.

Mehr als die Hälfte der Verbraucher (643 Prozent) schätzen ihren eigenen Einfluss auf das Gelingen der Energiewende gering ein. Ihrer Ansicht nach bestimmen Industrie und Wirtschaft, Energieversorger und Politik (86 bis 87 Prozent) die Wende, sie selbst und ihre Verbände hätten nur einen geringen Einfluss (34 bis 47 Prozent). Industrie, Versorger und Politik hätten auch die meisten Vorteile von der Energiewende.

Die Verbraucher müssten zwar für die Energiewende bezahlen, dürften sie aber nicht mitbestimmen, sagte Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gestern in Berlin. Dort stellte er die Umfrageergebnisse der vom Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführten Verbraucherbefragung vor. 1227 repräsentativ ausgewählte Verbraucher ab 14 Jahren hatten darin im Juni ihre Meinung zur Energiewende abgegeben.

Die größten Vorteil sehen die Verbraucher im verbesserten Umwelt- und Klimaschutz (38 Prozent) und in der größeren Sicherheit durch den Atomausstieg (23 Prozent). Die steigenden Energiepreise nennen 52 Prozent der Befragten als größten Nachteil, nur 13 Prozent bemängeln eine Verschandelung der Landschaft oder unausgereifte Technik (10 Prozent).

Um die Kosten gerechter zu verteilen, halten die Verbraucher zu 62 Prozent einen Stop der Befreiungen von Unternehmen von den Kosten der Wende für sinnvoller, nur 28 Prozent wollen diese Ausnahmen weiter.

Den dezentralen, verteilten Ausbau von Windkraftanlagen halten 55 Prozent der Verbraucher für sinnvoller, weil dann auch weniger neue Stromtrassen gebaut werden müssten. 32 Prozent wollen dagegen eher den zentralen Ausbau von Offshore-Windkraftanlagen wegen der geringenern optischen und akustischen Belastung.

Eine Begrenzung des Ausbaus auf eine bestimmte Anzahl erneuerbarer Anlagen pro Jahr wollen laut Umfrage aber immerhin 50 Prozent. Sie erhoffen sich davon eine Reduzierung der Kosten und eine bessere Planung des Netzausbaus. 40 Prozent der Verbraucher wollen dagegen die bisherige Förderung aller neuen Anlagen beibehalten, um ihren Anteil an der Stromerzeugung möglichst schnell zu erhöhen.

Nach wie vor finden die Verbraucher die Ziele der Energiewende zu 82 Prozent richtig, aber nur 40 Prozent sind mit der Umsetzung zufrieden.

Der Strompreisanstieg durch die angekündigte Umlageerhöhung für Förderung der Erneuerbaren Energien ist seit Monaten Politikum. Während die konservative Regierung den Ausbau begrenzen will, um den Preisanstieg zu bremsen, verweisen Verbraucher- und Umweltschützer immer wieder auf einen anderen Preistreiber: Weil der Preis aufgrund günstigen Stein- und Braunkohlestroms an den Börsen so gesunken ist, der Festpreis für Erneuerbaren Strom aber garantiert ist, steigt die Differenz, also auch die Umlage auf die Verbraucher, denn die wenigsten Stromversorger geben die geringeren Börsenpreise an sie weiter.



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