Montag, 26. März 2012

Obergrenzen für das Wachstum

Was können wir persönlich und global überhaupt noch tun, um die weitere Zerstörung von Klima, Umwelt und sozialer Balance aufzuhalten? Greenpeace hat dazu Prof. Uwe Schneidewind gefragt, Präsident des Wuppertal Instituts und Mitglied der Wachstums-Enquete des Bundestags.

Im Treibhaus im grünen Bereich. So ist der Bereich der Podcasts von Greenpeace übertitelt. Die Audio-Beiträge lassen sich einfach online hören oder herunterladen. In den Folgen 27 und 28 gibt Uwe Schneidewind Antworten zu den Fragen, was aus der Endlichkeit natürlicher Ressourcen folgt - auf persönlicher und auf globaler Ebene.

Für Schneidewind sind die Konsequenzen aus der Wachstumsdebatte klar, denn der eigentliche Engpass liegt nicht bei der vielbeschworenen Rohstoffknappheit. Vielmehr überschritten sind die Grenzen des Wachstums in drei Bereichen: bei der Biodiversität, bei der Aufnahmekapazität natürlicher Senken und beim Austragen bestimmter Nährstoffe - "da sind wir im roten Bereich", sagt Schneidewind.

Die wichtigste Konsequenz sei nicht, zu verzichten, sondern zu erkennen, dass Lebensqualität in den Wohlstandsgesellschaften immer weniger mit Materiellem zu tun habe - und viel mehr mit anderen Dingen wie etwa Zeit.

Die Folge ökologischer Grenzen des Wachstums könnten nur absolute Obergrenzen ("caps") sein, um etwa besonders kohlenstoffintensive Verfahren wie Fracking oder Ölsandgewinnung zu unterbinden - solche Obergrenzen seien aber nur international durchsetzbar. Dies könne zum einen durch Effizienzsteigerungen bei ressourcenschonenden Technologien gelingen, zum anderen durch die normative Kraft des Prinzips globaler CO2-Gerechtigkeit, das von zivilgesellschaftlichen Gruppen durch Aktionen weiter gestärkt werden müsse.

Das Interview ist als Podcast auf greenpeace.de  nachzuhören.



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Kommentare

15. April 2012 um 04:04 Uhr | Norain Norain

Sehr geehrte Herren,mit grodfem Interesse habe ich die Leitartikel in Ihrem Blog eeelsgn. Auch ffcr mich stellt sich zwingend die Frage, wie 9 Mrd. Menschen auf einem Planeten leben sollen. Die Postwachstums-Bewegung scheint hier zumindest im Ansatz eine mf6gliche Antwort zu liefern.Zwingend stellt sich aber auch die Frage, wie die skizzierten, alternativen Wirtschafts- und Sozialformen durchgesetzt werden sollen? Da die Forderung nach einer Postwachstums-Gesellschaft im Vergleich zur aktuellen Situation radikal erscheint, wird der einzige Weg dorthin die Revolution sein ausgelf6st durch eine allgemeine Verarmung und resultierende Unzufriedenheit oder auch soziale Katastrophen (Krieg, Hungersnot, etc.). Eine sanfte Evolution wird ja wohl eher schwer umzusetzen sein, da sich einerseits Menschen immer gegen Vere4nderungen verwehren, andererseits vor allem die Wohlhabenden und Me4chtigen ffcr diese Ziele nicht zu begeistern sein werden. Wie sehen Sie das?Alternativ zur Revolution scheint mir die Durchsetzung des Postwachstumskonzeptes dann mf6glich, wenn dieses den Menschen besondere Anreize bietet mehr ne4mlich als der Kapitalismus. Betrachtet man Maslows Bedfcrfnispyramide finden sich an der Spitze die Individualbedfcrfnisse und schliedflich ganz oben Selbstverwirklichung. Geht man davon aus, mit dem durch Kapitalismus (zumindest den Begfcnstigsten) bereitgestellten Reichtum und Wohlstand kf6nnen die Individualbedfcrfnisse befriedigt werden, teilweise vielleicht sogar Selbstverwirklichung ermf6glicht werden, wird es schwierig die Menschen zu einer c4nderung der Weltanschauung und des persf6nlichen Verhaltens zu bewegen! Nur wenn Raum ffcr Selbstverwirklichung in einer Postwachstums-Gesellschaft einem grodfen Teil der Bevf6lkerung zuge4nglich gemacht wird, ist eine evolutione4re Entwicklung meiner Meinung nach mf6glich. Welche Anreize bietet nun das Konzept der Postwachstums-d6konomie und Gesellschaft den Menschen? Oder gibt es diese Anreize nicht?Mit der Bitte um Erkle4rung und schf6nen Grfcdfen


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