Dienstag, 17. Juli 2012

Klimaschutz: Störfaktor im Wachstumsrausch

Nach seinem viel beachteten Standpunkt in der Süddeutschen zur Klimapolitik der USA und der Entwicklungsländer zog heute das ZDF nach. Mit einem Interview, das wir hier gern aufnehmen. Ernst Ulrich von Weizsäcker und die Wachstumskritik.

Energie müsse effizienter und teurer werden, sagt der Wissenschaftler und Politiker Ernst Ulrich von Weizsäcker. Im Interview mit dem ZDF-Nachrichtenportal heute.de zeichnet er ein düsteres Bild der internationalen Klima-Politik. "Klimaschutz gilt als Störfaktor im Wachstumsrausch", sagt von Weizsäcker. Er sehe auf internationaler Ebene derzeit keine rote Linie, wie die Politik den Klimaschutz vorantreiben wolle.

"Man will keinen Klimaschutz, man will Wirtschaftswachstum, getrieben durch Raubbau", so von Weizsäcker gegenüber dem ZDF. Derzeit werde zudem ein "gigantisches Europe Bashing" betrieben. Europäer würden von US-Amerikanern und den meisten Entwicklungsländern verhöhnt für deren Forderungen nach einem klimaverträglichen Wachstum.

Im Interview fordert der ehemalige Präsident des Wuppertal Instituts eine deutliche Umstellung der Wirtschaft. "Wir müssen Klimaschutz richtig profitabel machen und endlich Energieeffizienztechniken einsetzen, die schon lange in den Schubladen liegen."

Von Weizsäckers Lösung dafür der Faktor Fünf, um den die Energie- und Ressourcenproduktivität erhöht werden müsse. Zudem plädiert er dafür, Energie und Rohstoffe jedes Jahr in dem Umfang teurer zu machen, wie die Effizienz zunimmt. Er kritisiert, dass das Weltgeschehen vor allem von Brasilien, Indien und den USA bestimmt werde - von Ländern, in denen Klimathemen weit hinten rangieren.



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