• Der Bio-PC für besseres Wachstum.

Mittwoch, 16. Mai 2012

Green IT mal anders: PC für Grasanbau

Die Abwärme von Desktop-PC und Datenservern ist immens. Warum diese nicht für Treibhäuser der besonderen Art nutzen? Ein Bastler zeigt an seinem Bio-PC, wie es geht.

Mike Schropp baut sein eigenes Gras an - und zwar mit dem PC. Es ist Weizengras, das, was man für gewöhnlich Katzen ohne Freigang als Grünfutter anbietet. Bei Schropp wächst es in einer Schale auf dem Desktop-Computer, wachstumsgefördert durch die Abwärme seines Rechners.

Kosten: 10 US-Dollar

Das Selbstbau-Treibhaus hat Schropp aus verschiedenen älteren PC zusammengestellt, zusätzlich investierte er 10 US-Dollar in weitere Teile. Auf die Idee kam er, weil er seinem fünfjährigen Sohn einen „organischen“ PC zum Experimentieren bauen wollte.

Schropp sagt, dass er selbst überhaupt keine Ahnung vom Gärtnern habe, er aber über die Zusammenhänge zwischen Bodentemperatur und Pflanzenwachstum viel gelesen habe. Die wissenschaftlichen Studien dazu hätten ihn nicht mehr losgelassen – und schließlich wollte er auch in seinem dunklen Keller etwas Grünes haben.

Mehr Wärme-Kopplung

Abwärmenutzung von Kraftwerken für den Pflanzenanbau wird an einigen Orten auch im größeren Maßstab betrieben. So wärmte früher das Dattelner Kohlekraftwerk, das durch das fertiggestellte, aber nicht genehmigte und umstrittene Eon-Kohlekraftwerk ersetzt werden soll, umliegende Spargelfelder auf und sorgte so für frühe Ernten. Das Biomasse-/Altholzkraftwerk Papenburg im Emsland erwärmt ebenfalls örtliche Treibhäuser.

Die Kraft-Wärme-Kopplung ist jedoch seit Jahren wegen mangelnder Förderung rückläufig. Selbst in unmittelbarer Nachbarschaft größerer und kleinerer Blockheizkraftwerke ist die Nutzung selten Thema. Für den Heimgebrauch ließen sich aber selbst an weniger gut beleuchteten Stellen Pflanzeninseln betreiben, die die Abwärme von Kühlschränken, Computern, Backöfen und Netzteilen nutzen. Sei es für Gras für die Katzen, fürs Auge, für Küchenkräuter oder mehr.
Schropp beschreibt auf seinem Blog ausführlich, wie es geht. Do it yourself!

Bilder: Mike Schropp



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