Dienstag, 23. November 2021

Eine Industrieregion will klimaneutral werden: Die "zeero-days" zeigen wie

Möglichst schnell Emissionen und Ressourcen zu sparen bis hin zur Klimaneutralität: Das gilt für Kommunen wie Unternehmen gleichermaßen. Einiges hängt von den Randbedingungen der Versorgung ab, viel können die Regionen aber bereits jetzt erreichen. Wie das funktioniert und dabei klimaneutrale Produktionsbetriebe entstehen, wollen die "zeero-days" des Ennepe-Ruhr-Kreis vom 2. bis 3. Dezember 2021 im hybriden Format präsentieren.

"zeero", das steht für "Zentrum für Energie-, Effizienz- und Ressourcen-Optimerung". Aber auch die Zero, die Null-Emissionen des CO2-Ausstoßes, die notwendig sind für die Klimaneutralität – und erforderlich für die Erreichung des 1,5-Grad-Ziels. Dass das mit einem Umbau des Energiesystems machbar ist, hatte das Wuppertal Institut 2020 in einer Studie gezeigt – und in folgenden, wie das auch in Industrieregionen wie Mannheim und dem Ruhrgebiet gelingen kann.

Der Landkreis Ennepe-Ruhr, eine industriell geprägte Region mit vielfältigen Unternehmen der Metallverarbeitung, aber auch Gesundheitswirtschaft und des Tourismus, hat sich diese ebenfalls zum Ziel gesetzt – laut Webseite bis 2050.

Mit dem neuen bundesdeutschen Ziel nach dem Bundesverfassungsgerichtsurteil vom Frühjahr diesen Jahres und dem nachfolgend geänderten Klimagesetz wird dieses wahrscheinlich ebenfalls auf mindestens 2045 vorgezogen werden müssen – aber immerhin hat sich der Kreis mit neun Städten und 342.000 Einwohnern am Rande der zehn Millionen-Metropole Ruhr schon mal ein Ziel gesetzt – und auch ein Programm aufgelegt.

Die Wirtschaftsförderung "EN-Agentur" will im Zusammenschluss mit der Effizienz-Agentur NRW die Unternehmen und Organisationen schneller klimaneutral machen: "durch individuelle Beratungen von Unternehmen, durch das Vorantreiben ressourceneffizienter Gewerbegebiete und durch Gründung innovativer Organisationen wie "zeero" – dem Kompetenzzentrum für Energie-, Effizienz- und Ressourcenoptimierung". Klimaneutralität soll dabei "als unumgängliche Maßnahme auch auf andere Projekte projiziert" werden, heißt es.

zeero ist in seinen Zielen weiter als der Kreis: Das Kompetenzzentrum setzt sich für einen klimaneutralen Ennepe-Ruhr-Kreis bis 2030 ein. Man sei überzeugt, dass die nachhaltige Ausrichtung von Unternehmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes beitrage.

Das Zentrum bietet Leistungen wie die CO2-Bilanzierung an, alles zu erneuerbaren Energien, zu Ressourcen- und Materialeinsparung, Finanzierung und Fördermöglichkeiten sowie Digitalisierung, Mobilität, Innovation und CO2-Kompensation.

Auch Ungewöhnliches bekommt eine Chance: Ab Dezember stellt zeero zwei E-Lastenräder kostenlos zum Verleih, um diese als klimafreundliche Transportmittel bekannt zu machen.

Möglich werden diese Projekte durch ein Netz von Partnern wie Energieversorgern, Banken, Start-up-Förderern und Hochschulen. Mit dem Vorgängernetzwerk Energie-Effizienz-Region EN (EER) konnten Unternehmen bereits 12.000 Tonnen CO2 und knapp 900 Tonnen Material eingesparen – und damit 3,6 Millionen Euro.

Mit zeero ist das Spektrum erweitert, nicht zuletzt durch die Effizienz-Agentur NRW und das Thema Ressourceneffizienz. Die Erfolge darin und Konzepte zu Klimaneutralität und Co. können Interessierte bei den erstmaligen zeero-days erfahren, die vom 2. bis 3. Dezember wegen der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie als hybride Veranstaltung stattfindet. Wer vor Ort dabei sein will, sollte sich rechtzeitig anmelden.


Die Referent*innen stellen z. B. die CO2-Bilanzierung u. a. durch ecocockpit vor, die regionale CO2-Kompensation durch Pflanzenkohle und aktuelle und zukünftige Energie- und Mobilitätslösungen. Interessant sind besonders die Best Practice-Beispiele: So stellen sich mit der Friedr. Lohmann GmbH die erste klimaneutrale Gießerei Deutschlands vor und Sorel, ein innovativer Hersteller nachhaltiger Heizregelsysteme.

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