• Intelligente Lösungen für den steigenden Anteil erneuerbaren Stroms.

    Intelligente Systeme zu geringen Kosten: Das Stromnetz 2.0 muss nicht so teuer sein. Bild: Agora

Freitag, 14. Februar 2014

Die Netze sind nicht das Problem

Die Verteilnetze werden immer wieder als die Kostentreiber der Energiewende dargestellt. Eine Studie zeigt, dass sich die Netze mit einfachen Maßnahmen fit machen lassen.

Windstrom von Norden nach Süden, von Osten nach Westen: Fast 95 Prozent der erneuerbaren Wind- und Solaranlagen speist ins Netz. Damit der steigende Stromanteil der erneuerbaren Quellen an die Orte gelangt, wo er gebraucht wird, muss die Verteilung verbessert werden. Doch so hoch, wie bisher kalkuliert, sind die Kosten offenbar nicht - schon gar nicht sind sie eine Bremse für die Energiewende. Denn die Netze können mit geringen Umbaukosten den Anstieg gut aufnehmen. Der Endbericht eines Stakeholder-Dialogs, den der Thinktank Agora Energiewende mit Experten zu Verteilnetzen durchgeführt hat, identifiziert vier zentrale Themenbereiche (s.u.).

Wesentlich dabei ist, dass sich mit intelligentem Kapazitätsmanagement, wie z. B. der Blindleistungsbereitstellung und regelbaren Ortsnetztransformatoren, die Aufnahmekapazität für Wind- und Solarstrom relativ schnell auf ein Vielfaches steigern lässt. Zur intelligenten Veränderung sind auch verstärkt regionale Netzentwicklungspläne nötig..

Die Experten geben der Bundesregierung folgende Kernbotschaften in die Hand:

  1. Verteilnetze sind kein Hindernis für die Energiewende, dank neuer Technologien steht ein ganzer Werkzeugkasten verschiedener Instrumente zur Steigerung der Aufnahmekapazität für Wind- und Solarstrom zur Verfügung.
  2. Die zusätzlichen Kosten für die Ertüchtigung der Verteilnetze mit diesem Ansatz sind überschaubar: Bis 2030 werden sie nur einen Bruchteil der bisherigen Gesamtkosten der Verteilnetze betragen.
  3. Um den Einsatz dieser Instrumente zu erleichtern, sollte die Bundespolitik in dieser Legislaturperiode:
    • den Finanzierungsmechanismus der Netze so gestalten, dass die Effizienzpotenziale innovativer Lösungen besser genutzt werden können,
    • eine langfristige Planung auf allen Netzebenen stärken, unter anderem durch eine transparente, koordinierte Netzentwicklungsplanung für die 110-Kilovolt-Ebene,
    • prüfen, auf welchem Weg eine gesamtwirtschaftlich sinnvolle Vermeidung von Einspeisespitzen rechtlich ermöglicht und umgesetzt werden kann,
    • prüfen, welche Regelungen notwendig sind, damit programmierbare autonome Regler in Kundenanlagen zur Netzstabilisierung beitragen, und ob elektrische Speicher für den Netzbetrieb eingesetzt werden können.
  4. Eine stärkere Systemverantwortung der Verteilnetzbetreiber sowie eine aktivere Rolle der Kunden werden unerlässlich.
  5. Vorwiegend leistungsbezogene Netzentgelte auch in der Niederspannungsebene können netzdienliches Verhalten der Kunden anregen sowie eine angemessene Verteilung der Systemkosten gewährleisten. 

Unter den Teilnehmern bestand Konsens, dass bei den folgenden vier Themen der Gesetzgeber gefragt ist:

  • Weiterentwicklung der Anreizregulierungsverordnung
  • Überarbeitung des Systems der Netzentgelte
  • Reform des Marktdesigns
  • Aufbau eines Energieinformationssystems 

Weitergehende Informationen sowie den Endbericht des Stakeholder-Dialogs zu den Verteilnetzen finden Sie unter www.agora-energiewende.de.



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