• Für Bioethanol werden in Deutschland Zuckerrüben, Weizen und Roggen angebaut. Bild: maramillo, Flickr.

Dienstag, 03. September 2013

Deutsche wollen keine Biosprit-Förderung

Teller statt Tank, das denken die meisten Deutschen über die Treibstoffproduktion auf dem Acker. Eine politische und finanzielle Förderung von Agrosprit lehnen sie laut einer Forsa-Umfrage ab.

Im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte das Meinungsforschungsinstitut Forsa in einer aktuellen repräsentativen Umfrage über tausend Bundesbürger befragt. Ergebnis: Die Mehrheit der Deutschen ist gegen Biosprit-Förderung und Beimischungszwang.

Laut Forsa befürwortet nur etwa jeder fünfte Befragte die weitere Förderung von Kraftstoffen, die aus Ackerfrüchten produziert werden.

Mittlerweile wird Agrosprit allen Kraftstoffarten beigemischt, nur etwa jeder fünfte Befragte findet das richtig. Die überwiegende Mehrheit, Fast vier Fünftel der Deutschen, lehnen den Beimischungszwang nach dem Biokraftstoffquotengesetz ab. Sie wollen als Autofahrer selbst entscheiden können, ob sie Kraftstoff mit Agrosprit tanken oder nicht.

Bis 2020 sollen in der EU zehn Prozent der im Verkehrssektor eingesetzten Treibstoffe aus regenerativen Quellen stammen. Agrosprit soll darauf angerechnet werden können. Weil der Anbau von Pflanzen zur Agrospritproduktion aber nicht nur die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe treibt, sondern auch die Klimabilanz der meisten Agrokraftstoffe negativ ist, sei es ökologisch und sozial nicht vertretbar, die Erzeugung und den Einsatz von Agrosprit weiter zu fördern, so die BUND-Agrarexpertin Kathrin Birkel.

Außerdem ermögliche die Förderung von Agrotreibstoffen Autoherstellern, weiterhin die Anwendung von Spritspar-Techniken auf die lange Bank zu schieben. Gerade deutsche Hersteller favorisierten immer noch große, schwere und spritfressende Fahrzeuge, deren klimaschädliche Auswirkungen unter dem Deckmantel des Einsatzes von sogenanntem "Biosprit" verschleiert würden, kritisierte Birkel.

Der BUND hofft auf die Ablehnung einer weiteren Förderung durch das EU-Parlament bei seiner Abstimmung am 11. September in Straßburg. Derzeit sehe es jedoch noch so aus, dass vor allem Abgeordnete konservativer Parteien gegen die geplante Begrenzung des Einsatzes von Agrosprit stimmen würden. Die Agrosprit-Industrie laufe ebenfalls seit Monaten Sturm gegen eine Deckelung der eingesetzten Mengen.



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