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    Freitag, 20. Juli 2012

    Story of Change: Warum Karmakonsum allein nicht hilft

    Shopping für eine bessere Welt wird die Welt nicht verändern. Die Freunde des Low and Healthy Lifestyles, LOHAS, die Vertreter des Karmakonsums werden noch lange zu wenige bleiben. Echte Veränderung kann es nur an der Quelle geben: Der Produktion. Doch das ist unbequem, denn wir müssen sie gemeinsam fordern. Massenhaft.

    Das ist zumindest die Aussage des neuen Videos aus der Reihe: The Story of Stuff. In der kurzen animierten Video-Polemik wird der Lebenszyklus von Produkten untersucht. Die Filmemacherin Annie Leonard schreibt und spricht in den Filmen, finanziert werden sie von der einer Arbeitsgruppe der Tides Foundation für nachhaltige Produktion und Konsum.

    In dieser zweiten Staffel der schön reduzierten, einfachen aber nicht vereinfachenden Videos, geht es um die Veränderungen hinter den Kulissen der Warenwelt. Leonard bestreitet nicht, dass der beste Weg im Alltag etwas zu tun, derjenige ist, die richtigen, fair und ökologisch produzierten Waren statt der konventionellen zu kaufen. Eben das, was inzwischen mehr als eine Handvoll gut gemeinter Ratgeber für fairen und bewussten Einkauf propagieren.

    Doch auch seit die LOHAS vor acht Jahren als Medienphänomen aufgetaucht und die postmaterialistischen oder auch hedonistischen fair einkaufenden Konsumenten als Milieu entdeckt worden sind, verändert sich an den Zahlen wenig. Das Wachstum in der Produktion von ökologischen und fair gehandelten Lebensmitteln ist zu gering, um schnell genug einen wirklichen Wandel der konventionellen Wirtschaft zu erreichen.

    Für eine echte Transformation zu einer sozial, ökologisch und ökonomisch gerechten Gesellschaft braucht es mehr, so Leonard. Das sei bei allen zivilisatorischen Errungenschaften so gewesen, wie beim Kampf um Gleichberechtigung und -behandlung, Mitbestimmung und Teilhabe. Die richtige Produktentscheidung sei zwar richtig und gut, allein nütze sie aber wenig. Leonard fordert deswegen zum gemeinsamen Fordern auf.

    Nur durch politische Rahmensetzungen könnten unfaire, unsaubere und ausbeuterische Produktion der falschen Dinge gestoppt werden, und diese Bedingungen müssten die Menschen massenhaft einfordern. Jede könne sich bei seinem Gang auf die Straße nach seinen Fähigkeiten einsetzen: als Köchin, Netzwerkerin, Demonstrantin und mehr.

    Das englischsprachige Video haben bis jetzt einige Zehntausend gesehen. Bliebe zu wünschen, dass auch im deutschsprachigen Raum derart animierte und animierende Videos entstehen.



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