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    • Ausschnitt Arte-Video Städte der Zukunft, Sim City

      Mitreden und mitgestalten im Wissenschaftsjahr Zukunftsstadt. Bild: Screenshot Arte-Video Städte der Zukunft 1/3, Sim City.

    Montag, 23. Februar 2015

    Ideen für die Stadt von morgen im Bürgertest

    Zwei Drittel der Menschen leben in Deutschland in Städten, 2050 werden es weltweit 75 Prozent sein. Städte sind damit die Orte, an denen die meisten Ressourcen benötigt und verbraucht werden. Ziel des jetzt gestarteten Wissenschaftsjahrs Zukunftsstadt ist, die Konzepte für den nachhaltigen Stadtumbau mit Bürgerbeteiligung an der Realität zu messen.

    In Städten wird drei Viertel der Energie verbraucht. 70 Prozent der von Menschen erzeugten Treibhausgase werden dort ausgestoßen, obwohl Städte nur rund zwei Prozent der Erdoberfläche einnehmen. Klimaanpassung, Energiesicherheit, gute Arbeit, bezahlbares Wohnen, neue Verkehrskonzepte, saubere Luft, Zuwanderung und demographischer Wandel: Die Herausforderungen eines nachhaltigen Umbaus der Städte sind nicht gerade gering.

    Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat deswegen letzte Woche das neue Wissenschaftsjahr eröffnet, das sich in diesem Jahr der Stadt der Zukunft widmet. "Für die Zukunftsstadt brauchen wir Lösungen, teilweise sehr schnell. Forschung kann dazu wesentlich beitragen. Städte sind Orte, wo ein intensiver Dialog zwischen Wissenschaft und Bürgern möglich ist. Impulse und Ideen für ein nachhaltiges Leben und Wirtschaften gehen vor allem von den Städten aus", sagte Wanka. "Wenn wir uns auch für die Zukunft eine menschenfreundliche, lebenswerte Stadt wünschen, müssen wir uns organisatorisch und mental neu erfinden. Dafür will das Wissenschaftsjahr 2015 den Anstoß geben."

    In einer ressortübergreifenden Initiative haben die Bundesministerien für Umwelt und Bau, Wirtschaft, Verkehr und Forschung die Nationale Plattform Zukunftsstadt (NPZ) gebildet und über 100 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammengebracht, um Empfehlungen für eine nachhaltige und bürgerfreundliche Stadt der Zukunft zu erarbeiten. Das Ergebnis ist eine strategische Forschungs- und Innovationsagenda (FINA), die zum Auftakt des Wissenschaftsjahres vorgestellt wurde. Die Empfehlungen der Experten orientieren sich an der Vision einer nachhaltigen, ressourceneffizienten und klimaangepassten Stadt der Zukunft aus.

    "Die CO2-neutrale, energieeffiziente Stadt ist eine Priorität unserer neuen Hightech-Strategie. Mit der NPZ haben wir ein Forum geschaffen, in dem wir alle relevanten Akteure zusammenbringen, um Lösungen für die Stadt von Morgen zu finden", sagte Wanka. Erforscht werden sollen praxistaugliche Lösungen, wie Städte den anstehenden Umbau möglichst einfach und kostengünstig gestalten können. Ziel ist die klimaneutrale, ressourceneffiziente, lebenswerte und soziale Stadt.

    Für den nachhaltigen Stadtumbau gibt es bereits zahlreiche Lösungsansätze und Forschungsergebnisse. Die Dämmung von Gebäuden, Car-Sharing Modelle, Solarzellen auf ungenutzten Stadt- und Gebäudeflächen, urbane Landwirtschaft auf den Dächern der Stadt. Was fehlt, ist deren Anpassung an die realen Bedingungen der einzelnen Stadt und die Bedürfnisse der Bürger. Das ist das Ziel des Wissenschaftsjahres: die städtischen Akteure nach ihren Ideen für die nachhaltige Umgestaltung ihrer Stadt fragen und so Lösungen für nachhaltige Stadtkonzepte finden, die von den Bürgern und Bürgerinnen mitgetragen werden.

    Teil des Wissenschaftsjahres ist daher der Wettbewerb Zukunftsstadt, den das BMBF ausgerufen hat. Damit sollen bis zu 50 Kommunen dabei unterstützt werden, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern und der Wissenschaft eine nachhaltige und ganzheitliche Vision für ihre Stadt, ihren Stadtteil oder ihren Landkreis zu entwickeln. Mit bis zu 35.000 Euro pro Stadt soll so der Dialog und die Moderation zwischen Verwaltung, Bürgern und Wissenschaft finanziert werden. Das Interesse der Kommunen ist groß. Bewerbungen wurden bereits aus den Städten München, Bonn, Ludwigsburg, Bottrop, Halle (Saale), aber auch kleineren Städten und Landkreisen wie Oer-Erkenschwick oder dem Landkreis Harz angekündigt. Die Auswahl wird im April erfolgen. Bewerbungen mit einer Projektskizze sind noch bis zum 27. März möglich.

    Im Wissenschaftsjahr 2015 sind bundesweit mehrere hundert Veranstaltungen, Gesprächsrunden, Ausstellungen und Wettbewerbe zur Zukunftsstadt geplant: Die Themen reichen von der Innenstadtentwicklung über lokale Energiewende, wachsende und schrumpfende Kommunen, neue Formen der Mitgestaltung, Infrastruktur und Mobilität bis hin zur kulturellen Vielfalt.

    Für das Wissenschaftsjahr stehen insgesamt sechs Millionen Euro zur Verfügung. Für Forschungsprojekte stellt das BMBF in den kommenden Jahren 150 Millionen Euro bereit.

    Publikation: Zukunftsstadt - Strategische Forschungs- und Innovationsagenda, BMBF, 57 Seiten, Download 4,01 MB

    Mehr: Der ökologische Umbau der Städte, taz.de, 19.2.2015




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