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    • Ein einzelner Halm ragt aus einem abgernteten Weizenfeld.
    Donnerstag, 14. Juli 2016

    Endlich Wachstum in der deutschen Ökolandwirtschaft

    Die jetzt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlichten Zahlen bestätigen: Die deutsche Öko-Anbaufläche konnte im vergangenen Jahr um mehr als 41.000 Hektar (3,9 %) vergrößert werden. Wenn allerdings das in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung anvisierte Ziel von 20 Prozent Ökolandbau erreicht werden soll, müssen endlich Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden.

    Der Ökolandbau befindet sich in Deutschland im Aufwind: 2015 wuchs die Bioanbaufläche um rund 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1.088.838 Hektar. Das geht aus den Strukturdaten zum ökologischen Landbau hervor, die das Bundeslandwirtschaftsministerium am Montag veröffentlichte. Auch die Zahl der Ökobetriebe nahm deutlich zu: 24.736 Biobetriebe gab es 2015 in der Bundesrepublik – das sind 5,7 Prozent mehr als noch 2014.

    „Die Zahl der Betriebe und der Fläche im Ökolandbau steigen stabil. Auch der Markt wächst, 2015 erwirtschaftete der Biomarkt in Deutschland mehr als acht Milliarden Euro Umsatz, Tendenz stark steigend“, erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) wertete den Zuwachs an Bio-Flächen als positives Signal, sowohl für die Menschen, die mehr hierzulande produzierte Biolebensmittel wünschen, als auch für die Umwelt: „Mehr Gewässer werden von Nitrat und Pestiziden bewahrt und unsere Nutztiere leben artgerechter“, betonte der Vorsitzende des BÖLW, Felix Prinz zu Löwenstein. „Klar ist jedoch, dass Bio auf dem Acker und im Stall noch stärker wachsen muss, wenn wir die deutschen Umwelt-, Klima- und Tierschutzziele erreichen wollen.

    Die dazu in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung avisierten 20% Ökolandbau werden absehbar nur dann Wirklichkeit, wenn Schmidt seine Öko-Zukunftsstrategie mit Ressourcen hinterlegt und die Bundesregierung die Weichen in allen Politikbereichen auf Bio stellt.“ Zwar bekannte sich Schmidt anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen zu dem Ziel, „den Ökolandbau in Deutschland weiter voranzubringen“, doch erst kürzlich musste er ordentlich Schelte einstecken: Die deutschen Öko-Erzeugerverbände warfen ihm anlässlich des vorgelegten Haushaltsentwurfes des Bundesagrarministeriums 2017 vor, seinen Worten keine finanziellen Mittel für die Förderung des Ökolandbaues folgen zu lassen. „Der Bundesagrarminister arbeitet seit 2014 an einer Zukunftsstrategie Ökolandbau um das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung von 20% Bio-Flächen zu erreichen. Die Bio-Verbände haben die neue Strategie begrüßt, aber ohne die Mittel diese umzusetzen, ist sie das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben wird“, kritisierten Bioland, Demeter, Naturland und weitere Verbände in einer gemeinsamen Erklärung. Während der Agrarhaushalt um insgesamt 300 Millionen wachsen soll, köchele das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) ohne neue Finanzmittel auf Sparflamme. Der Ökolandbau müsse mit Forschung und einer kohärenten Agrarpolitik unterlegt werden, forderten die Verbände.

    Quelle: Weltagrarbericht
    BMEL: Ökolandbau: Mehr Betriebe, größere Fläche
    Bild: The One Survived, kov-A-c, Flickr.com



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