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    • Karte der Standorte des Schuhherstellers Bata

      Der in Tschechien gegründete Schuhhersteller Bata produziert über eine Million Schuhe täglich und ist mit 50000 Mitarbeitern in 70 Ländern aktiv. Zwei von 27 Produktionsstandorten sind seit 1962 in Bangladesh. Dort entstehen mehr als 110.000 Schuhen täglich. Bild: Screenshot Bata.com

    Dienstag, 11. Februar 2014

    Ein neues Nachhaltigkeits-Instrument für multinationale Unternehmen

    Das System des Fairen Handels steht Pate: Multinationale Unternehmen sollen nachhaltiger wirtschaften, in dem sie ihre Wirkungen im globalen Süden besser erkennen und fairer gestalten. Ein länderübergreifendes Projekt will dafür das Instrumentarium entwickeln.

    Kommt es zum Skandal, ist es meist schon zu spät für die Opfer. Doch besonders schlimm sind die dauernden Verletzungen von Menschen- und Umweltrechten, die nicht zum Skandal werden. Unternehmen, die über Grenzen besonders in Ländern mit günstigen Löhnen und Umwelt- und Ressourcenbedingungen aktiv sind, geben oft vor, zu wenig über die Wirkung ihrer Produkte und ihrer Produktion in den Herkunftsländern des Südens zu wissen: die Lieferkette sei unüberschaubar und man könne nicht alles kontrollieren bzw. die örtlichen Gesetze seien eben so lax. Dabei können gerade Konzerne dafür sorgen, hohe Standards auch in weniger entwickelten Ländern durchzusetzen.

    Ab 2016 soll ein neues Instrument multinationale Unternehmen unterstützen, ihre Einflüsse auf globale Entwicklungsziele wie Armutsbekämpfung, aber auch auf Menschenrechte, Transparenz und Umweltschutz zu bewerten und zu verbessern. So lautet das Ziel des europäischen Projektes Global Value, das jetzt gestartet ist. 12 Partner sind daran beteiligt, darunter wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Institutionen aus Indien, Bangladesch und Tansania. Koordiniert wird das Projekt von der Wirtschaftsuniversität Wien.

    Durch das Tool, an dessen Entwicklung auch das Öko-Institut in Freiburg beteiligt ist, sollen Unternehmen die Auswirkungen ihrer Produkte und Aktivitäten auf die nachhaltige Entwicklung in Ländern des Globalen Südens besser bewerten können. Dabei geht es um unternehmerische Aktivitäten vom Einkauf über die Produktion, Distribution und Investition bis hin zum freiwilligen Unternehmensengagement (CSR). Mit Hilfe des Bewertungstools können Unternehmen dann verantwortungsvollere Handlungsoptionen identifizieren und umsetzen.

    Das Management-Instrumentarium soll ein modular aufgebauter, benutzerfreundlicher und anpassbarer Satz von Werkzeugen sein, inklusive eines Web-basierten Vergleichsportals, eines Indikatorensatz und Schulungsmaterialien. Der Schuhkonzern BATA in Bangladesh, der Nahrungsmittelproduzent OLAM in Tanzania und Nokia in Indien werden mit örtlichen Instituten und Nachhaltigkeitsorganisationen die neuen Werkzeuge testen.

    Mehr dazu beim Öko-Institut und auf der Global-Value-Projektwebseite.



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