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    Düstere Wolken am Horizont, die das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ankündigt. Bild: Unwetter über Prag, Flickr, tryniDADA

Montag, 20. Januar 2014

UN-Klimabericht warnt vor den Kosten des Nicht-Handelns

Die Emissionen steigen weiter, die Nationen tun dagegen zu wenig, so dass in 15 Jahren mit bekannten Technologien die weitere Erwärmung und deren Folgen nicht mehr zu bewältigen sein werden, so der jetzt geleakte Teil des neuen IPCC-Klimaberichts.

Drei Teile enthält der fünfte Klimabericht der UN-Kommission, die sich mit der Erderwärmung beschäftigt. Der erste, veröffentlicht im September, berichtete darüber, dass sie mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit menschengemacht ist. Der zweite soll im März erscheinen und die befürchteten Konsequenzen des Klimawandels inklusive der Ernährungsvorsorge vorstellen. Der dritte und letzte Teil wurde jetzt diversen Medien und Agenturen wie dem britischen Guardian, der New York Times und Reuters zugespielt.

In ihm heißt es, dass zwar in den wohlhabenderen Industrieländern die Emissionen anscheinend verringert wurden, doch das Wachstum des internationalen Handels dazu geführt habe, dass sie ihren steigenden Anteil in Länder wie China verlagert hätten. Auch das verstärkte Fracking der USA trüge zwar dazu bei, dass das Land weniger Treibhausgase ausstoße als 2005, die klimaschädlichere US-Kohle jedoch anderswo verbrannt werde. Als die beiden globalen Haupttreiber der Erwärmung nennt der Bericht den rasanten Anstieg des wirtschaftlichen Wachstums und das stetige Wachstum der Bevölkerung.

Weil auch der Emissionshandel nach dem Klimaprotokoll von Kyoto nicht funktioniere, mant der UN-Bericht dringendes Handeln an: Weitere Verzögerungen würden nur die wirtschaftlichen und sozialen Kosten erhöhen und gleichzeitig die technischen Chancen verringern, die schlimmsten Effekte des Wandels auszugleichen.

Es sei ein internationales Klimaschutzziel notwendig, das die atmosphärische CO2-Konzentration unter 500 Parts per Million (PPM) halte. Vor kurzem war das Niveau auf über 400 ppm gestiegen, mit dem gegenwärtigen Wachstum werden die 500 ppm in wenigen Jahrzehnten erreicht. Zu dem ursprünglichen Ziel, die Erderwärmung nicht mehr als 15 °C über die Temperatur des vorindustriellen Zeitalters steigen zu lassen (Zwei-Grad-Ziel), hatten sich die meisten Staaten bereit erklärt, doch die Umsetzungsgeschwindigkeit sei viel zu gering, urteilen die über 800 Autoren aus 32 Ländern, die an der Studie mitarbeiten.

Sollten die Staaten nicht in der Lage sein, die Emissionen zu reduzieren, werde das Ziel wahrscheinlich gar nicht mehr erreicht werden können. Stattdessen drohe dann ein Crash-Programm, das riesige Investitionen erfordere, um das Energiesystem erneut aufzubauen – ohne die Garantie, dass es überhaupt funktioniere.

Der Bericht empfiehlt mehr und schnellere Investitionen in erneuerbare Energietechnologien, weil diese dadurch immer bessere Wirkungsgrade erzielten und kosteneffizient seien – unter der Voraussetzung, das ihr Marktanteil durch Unterstützung steige. Die deutsche Bundesregierung steuert im Augenblick die stärkste wirtschaftliche Nation Europas in die entgegengesetzte Richtung: Die Förderung und der Ausbau der erneuerbaren Technologien wird reduziert.

Weitere Berichte:
klimaretter.info: IPCC: Staaten müssen schnell handeln
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