• Umweltministerin Barbara Hendricks begrüßt zwei Elektromotorradfahrer nach ihrer Tour von Berlin nach Marrakesch
Freitag, 18. November 2016

Mit dem Elektromotorrad nach Marrakesch

E-Bikes und Elektromotorräder sind faszinierende Möglichkeiten der Elektromobilität. Statt Abgas und Lärm nur Roll- und Windgeräusche. Eine 4000 Kilometer lange Reise nach Marrakesch zum Klimagipfel stand ganz im Zeichen dessen, was die Bikes schon können und was an Infrastruktur noch fehlt.

Tausende Kilometer mit dem Elektromotorrad, um zu zeigen, was geht und was nicht. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks begrüßte die zwei E-Motorbiker in Marrakesch mit Handschlag. Vor rund zwei Wochen waren Frank Krippner von LichtBlick und Jörn Ehlers vom WWF gestartet. Vor Berlin ging es über 4000 Kilometer nach Marokko zur UN-Klimakonferenz – im Team mit Filmemacher Michael Schehl. Station machten sie bei Menschen, die sich ebenfalls mit klimafreundlicher Mobilität beschäftigen und Lösungen dafür finden. Mit ihrer Tour, die natürlich auch einen Marketingeffekt hat, wollen sie auch für die Verkehrswende werben. Auf YouTube wurden die Etappen-Videos insgesamt mehr als 120.000 mal aufgerufen.

Die Erfahrungen der Elektromotoristen waren mangels Elektroinfrastruktur nicht nur gute: "Auf dem Weg haben wir die Möglichkeiten, aber leider auch die Grenzen der Elektromobilität am eigenen Leib erfahren: Die Reichweite auf der Autobahn ist überschaubar, und Ökostrom zum Tanken ist auch oft nur schwer zu bekommen. Aber die Technologie macht Riesenfortschritte", sagt Frank Krippner. 

Wichtig sei jetzt, dass die Politik die richtigen Weichen für den sauberen Verkehr stellt, forderte Krippner. In Deutschland verursacht der Verkehr etwa 18 Prozent der Kohlendioxidemissionen – weltweit für rund 13 Prozent, Tendenz steigend. Laut einer gerade veröffentlichten Studie des Öko-Instituts für das Umweltbundesamt ist Ökostrom gegenüber anderen alternativen Kraftstoffen wie Wasserstoff  oder Biogas volkswirtschaftlich wesentlich günstiger – nicht nur die Anschaffung der Fahrzeuge sondern vor allem die Infrastruktur. Die Kosten für den Umstieg in der Energieinfrastruktur sind sogar geringer als erwartet – und deutlich geringer als ein Systemwechsel in der Energiebereitstellung und bei den Fahrzeugantrieben. Der Appell an die Politik der Wissenschaftler: „Nur mit einer ausreichend vorhandenen und verlässlichen Ladeinfrastruktur können die Elektromobile auf dem Markt bestehen und ihre Vorteile bei den Energiekosten ausspielen.“

Die Tour der Elektromotouristen über rund 4.000 Kilometer führte Ehlers, Krippner und Schehl von Berlin über die Braunkohleregion Lausitz zunächst in das energieautarke Dorf Feldheim in Brandenburg, das sich mit einem Windpark, Solaranlagen und einem Batteriespeicher unabhängig gemacht hat. Von dort ging es ins französische Fessenheim, wo sich das Tour-Trio mit einem Atomkraftgegner traf, der über die eigene Solaranlage sein Elektromotorrad mit Strom versorgt. Bei Lyon machte das Team Halt bei der wohl schönsten Kläranlage der Welt: Ihr Entwickler versorgt die Nachbarschaft mit Wärme.

In Spanien trafen Ehlers, Krippner und Schehl bei Barcelona Mitglieder der Kollektive Som Energia, die erneuerbare Energien als Gemeinschaftsprojekt anbietet und bezieht. Den nächsten Stopp legten sie im Nationalpark Coto de Doñana im Süden des Landes ein, der durch geplante Gaslager gefährdet ist. In Marokko durchquerte das Team das Atlas-Gebirge, um sich das gigantische Solarkraftwerk in Ouarzazate anzusehen - bevor es schließlich bei der Klimakonferenz in Marrakesch ankam. Videos und Berichte von der Tour gibt es auf www.energiewendebeschleunigen.de oder auf Youtube.

Quelle: Lichtblick, WWF



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