• Screenshot der Website unternehmen.energiesparkonto.de
Dienstag, 29. März 2016

Kostenlose Energiemanagement-Software für kleine und mittlere Unternehmen

Das vom Bundesumweltministerium geförderte „Energiesparkonto für Unternehmen“ hilft KMU, Sparmöglichkeiten zu erkennen und Energiekosten zu senken. Die Energiemanagement-Software verwaltet die Energiedaten online, per App können Zählerstände mobil übertragen werden, sowohl für Strom, Wärme, Wasser und Mobilität.

Das Energiesparkonto für Verbraucher gibt es schon länger. Rund 90.000 Verbraucher nutzen es. Sie haben sich für ein eigenes Konto registriert und speichern die Verbräuche ihrer Haushalte dort online. So erfahren sie, wo die größten Strom-, Wasser- und Wärmeverbraucher stehen, wie sie sich gegenüber dem Durchschnitt und dem Best-Möglichen verhalten und wie sich Maßnahmen oder Verhaltensänderungen über die Zeit entwickeln. Nach Angaben der Betreiber sparen die privaten Energiesparkontonutzer jährlich doppelt so viel Energie wie im Bundesdurchschnitt üblich.

Jetzt gibt es das Energiesparkonto auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Sie sind besonders gefragt, wenn es um die Aktivierung von Einsparpotenzialen geht. Denn von ihnen gibt es bundesweit Hunderttausende, wenn nicht Millionen. Ihre Verbräuche sind zwar relativ klein gegenüber industriellen Großunternehmen, aber dennoch lassen sich selbst in einem Anwaltsbüro, einem Kiosk, einem Café, einem Mini-Supermarkt oder einem Zahnlabor Ressourcen sparen. Besonders, weil diese Unternehmen von den bisherigen Bemühungen der Bundesregierung und den Energie- und Ressourceneffizienz-Agenturen relativ uneereicht blieben. Und für sie gilt das Ziel, bis 2020 die CO2-Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Doch erst 2014 waren die Treibhausgasemissionen zum ersten Mal gesunken, und laut Umweltbundesamt 2015 gleich wieder gestiegen. 

Die Beispiele für die Anwendung des Energiesparkontos für KMU sprechen für sich: 3.000 Kilowattstunden Strom könnte die Inhaberin des Mini-Supermarktes um die Ecke jedes Jahr sparen, wenn sie ihre drei Gefriertruhen auf die richtige Temperatur einstellen würde. Das entspricht 860 Euro. Im Café gegenüber wären es jährlich rund 2.500 Euro – allein durch einen Umstieg auf effiziente LED-Beleuchtung. Das online geführte Konto soll die bisherigen Hürden für ein systematisches Energiesparmanagement verkleinern. Sicher, zuerst müssen die Daten einmal erfasst werden, sind diese aber erstmal registriert, fällt es beim zweiten Mal schon leichter, vor allem, weil man mit einer App auf dem Smartphone auch alles direkt vor dem Zähler stehend erledigen kann.

Das Energiesparkonto zeigt, in welchen Bereichen der Betrieb wie viel Energie verbraucht. Komplizierte Zusammenhänge werden durch Grafiken verständlich gemacht. Zudem lassen mit der Online-Software Zielwerte für den Energieverbrauch festlegen und Mitarbeiter tagesaktuell über Sparerfolge informieren. Das Konto erfüllt die Standards der EN 16247 – der europäischen Norm zu Anforderungen an qualitativ gute Energieaudits. Damit genügt es als Nachweis, wenn Unternehmen einen Antrag auf Stromsteuerentlastung stellen wollen. Das Konto eignet sich sowohl für Klein- und Kleinstunternehmen als auch für mittlere Unternehmen mit einer Größe bis zu 250 Mitarbeitern.

Verschiedene Unternehmer_innen nutzen das Energiesparkonto für Unternehmen bereits, wie Gabriele Pölz, Geschäftsführerin der Alztaler Fruchtsäfte GmbH, die mit 25 Mitarbeiter_innen heimisches Obst zu über 50 verschiedenen Fruchtsäften verarbeitet. „Das Energiesparkonto zeigt mit Zahlen und Grafiken, dass auch im Kleinen Energie gespart werden kann. Dadurch konnten wir unsere Mitarbeiter überzeugen, im Arbeitsalltag mehr auf den Energieverbrauch zu achten. Deshalb haben wir auch vielen Kollegenbetrieben das Energiesparkonto empfohlen.“ Genutzt wird es auch bei der W. Neudorff GmbH KG. Das Unternehmen aus Emmerthal in Niedersachsen produziert mit 200 Mitarbeiter_innen nachhaltige Naturprodukte für Haus und Garten. „Wir von Neudorff nutzen das Energiesparkonto, um unseren Energieverbrauch zu kontrollieren und bisher unentdeckte ‚Energiefresser‘ zu finden. So können wir jeden Monat sehen, ob sich auch die kleinen Sparaktionen bemerkbar machen", sagt Silke Schwörer, zuständig für das Energie- & Umweltmanagement bei Neudorff.

Wer auch als Verbraucher mehr zu Apps und Online-Tools zum Ressourcensparen und ressourcenleichten Lebensstil erhalten möchte, dem empfehlen wir den Beitrag Moderne Handlungshilfen aus unserem kostenlosen PDF-Magazin Handeln.



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