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Montag, 05. Mai 2014

Die feinen Unterschiede

Sind Geschlechterverhältnisse ein Thema für die Nachhaltigkeit? Ganz sicher, denn Geschlechtergerechtigkeit ist ein zentrales Moment zur Erreichung von Gerechtigkeit. Um nichts anderes dreht es sich bei der Entwicklung einer nachhaltigen Gesellschaft und Wirtschaft.

Das Thema Geschlechtergerechtigkeit ist gerade vor dem Hintergrund einer nachhaltigen Entwicklung noch lange nicht ausdiskutiert – geschweige denn als Hebel für eine solche erkannt. Hierzulande weisen nicht nur die nicht-etablierten Frauenquoten in Aufsichtsräten und Wissenschaftsgremien darauf hin, sondern auch die geringe Beteiligung der Männer an der Versorgungsarbeit. International gibt es vielen Staaten noch wesentlich größere Ungerechtigkeiten, weil Geschlechterrollen fixiert sind.
Dabei ist das kreative und innovative Potenzial von mehr Gendergerechtigkeit gerade für eine nachhaltig wirtschaftende Gesellschaft besonders hoch, darauf weisen genügend Studien hin. Immer gilt: Die Innovations- und Leistungsfähigkeit ist umso größer, die Gerechtigkeit höher, je vielfältiger die Beteiligung ist. Gerade Transformationsvorhaben zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit könnten davon profitieren. Leider ist davon in der Praxis bis auf wenige Ausnahmen trotz aller Erkenntnis wenig zu spüren. Im Gegenteil: Vielerorts sind die Geschlechterverhältnisse geradezu zementiert, Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten bestehen weiter, Strukturen und Stereotypen verändern sich kaum. Nur ein Beispiel: Das zentrale Thema der gerechten Verteilung von gesellschaftlich notwendiger Sorgearbeit für Kinder, Kranke oder Ältere auf alle Geschlechter bleibt politisch und praktisch ungelöst, obwohl damit die nachhaltige Entwicklung einen großen Schritt voran käme.

Um den Blick auf die Möglichkeiten zu mehr Nachhaltigkeit durch mehr Geschlechtergerechtigkeit zu lenken, sind im neuen factory-Magazin eine Reihe von Erkenntnissen, Phänomenen und Positionen zusammengetragen: Wie im einleitenden Interview über Gender und Nachhaltigkeit, in einem Beitrag zu Prinzessinnenzahnpasta und Piratensuppe, in einem Bericht über ressourcenleichtes Shopping sowie in weiteren über indische Baumwollproduzenten, Karriereaussichten für Nachhaltigkeitsmanagerinnen, notwendige Perspektivenwechsel, Weiberwirtschaften und die Pionierin Rachel Carson. Auch die Forderung nach mehr Leben durch weniger Arbeit passt zum Thema Gender wie der Frühling zum Sommer.

Den Titel des factory-Magazins bildet diesmal nicht das Thema sondern das beziehungsreiche Anhängsel /-in. Einige Beiträge sind im Themenbereich der Website online, doch vollständig und schön gestaltet, mit Wordcloud, Zahlen und Zitaten sind sie angenehmer im kostenlosen PDF-Magazin auf iPad und Co. oder auf dem Monitor zu lesen. Wer den factory-Newsletter abonniert, erfährt auch, wenn das nächste Magazin erscheint. Möglich wird das Ganze durch die Herausgeber: Die Aachener Stiftung Kathy Beys, die Effizienz-Agentur NRW und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.



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