• Das "Euro-Blatt", Bio-Siegel nach Verordnung (EG) Nr.834/2007, Copyright: Dusan Milenkovic, Europäische Kommission.

Montag, 08. Juli 2013

Der Wille ist da, das Vertrauen nicht

Die meisten Europäer wären bereit, mehr umweltverträgliche Produkte zu kaufen, sagt eine neue EU-Erhebung. Sie würden auch mehr bezahlen, wenn sie dafür größere ökologische Sicherheit bekämen. Doch das Misstrauen gegenüber Produktangaben ist besonders in Deutschland hoch.

Den Weg zur ökologisch-sozialen Transformation durch bessere Produkte würden die europäischen Verbraucher schon mitgehen - allein, es fehlt das Vertrauen, dass die angebotenen Produkte auch wirklich "öko" sind. Um die Chancen für einen Binnenmarkt grüner Produkte zu erfassen, ließ die EU-Kommission europäische Konsumenten befragen. Ergebnis: 77 Prozent sind bereit, für umweltverträgliche Produkte mehr auszugeben, wenn sie sicher sein könnten, dass die Produkte tatsächlich umweltfreundlich sind. Nur etwas mehr als die Hälfte der Europäer (55 Prozent) fühlt sich über die Umweltauswirkungen der verwendeten Produkte informiert.

Das Misstrauen ist in Deutschland besonders groß. Hier sind nur 44 Prozent der Meinung, dass die bisher als umweltfreundlich gekennzeichneten Produkte weniger schädlich für die Umwelt sind. Größtes Vertrauen haben die Menschen in Portugal (84 Prozent), Malta, Frankreich und Belgien (81 Prozent).

Die Glaubwürdigkeit der Hersteller hinsichtlich der Aussagen zu umweltverträglichen Produkten ist gering: Nur knapp die Hälfte der Europäer (52 Prozent) glaubt ihren Angaben zur Umweltleistung ihrer Produkte, die Mehrheit (54 Prozent) hat kein Vertrauen in die Berichte der Unternehmen über ihre eigene Umweltleistung. Eine Mehrheit (69 Prozent) würde die Unternehmen dazu verpflichten, Berichte über ihre Gesamtumweltleistung und die ihrer Produkte zu veröffentlichen.

Zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) würden mehr für ein Produkt ausgeben, wenn die Garantie für dessen Zuverlässigkeit auf fünf Jahre verlängert würde. Mehr als neun von zehn (92 %) sind außerdem der Ansicht, dass die voraussichtliche Lebensdauer von Produkten angegeben werden sollte. Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) hat in den vergangenen zwölf Monaten wegen zu hoher Reparaturkosten auf die Reparatur eines schadhaften Produkts verzichtet.

Befragt wurden für die Studie 25568 Personen aus 28 EU-Ländern. Hintergrund ist ein im April 2013 beschlossenes EU-Pilotprogramm zur Schaffung einheitlicher Kennzeichnungsstandards von umweltverträglichen Produkten für Unternehmen und Verbraucher.



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