Freitag, 26. Januar 2018

Ressourcenschonende Produkte für Industrie und Verbraucher prämiert

Das Hochwasserschutzsystem AquaWand, das textile Metallrückgewinnungsverfahren der DTNW und die Filialbäckerei Roland Schüren sind mit dem Effizienzpreis NRW für ihre ressourceneffizienten Aufbau belohnt worden. Dazu gab es den "MehrWert NRW"-Preis für verbraucherorientierte Ideen junger Designer*innen.

2,8 Milliarden Kaffeebecher nutzen die Deutschen jährlich – und werfen sie weg. Die meisten davon mit einem Einweg-Kunststoffdeckel versehen, der den Coffee-to-Go vor dem Überschwappen bewahren soll. Wiederbefüllbare Becher kommen, sind jedoch noch die Ausnahme. Warum also nicht einen Deckel konstruieren, der auf jeden Kaffeebecher passt - ob auf einen porzellanen oder Edelstahl- oder Kunststoffbecher, dachte sich Carina Frings, Designer*in an der ecosign-Akademie für Gestaltung in Köln. Ihr Deckel Udo verwandelt jeden bereits vorhandenen Lieblingsbecher in einen "to Go"-Becher. Das ressourcenschonende daran: Der Becher muss nicht erst hergestellt werden, der Deckel wird immer wiederverwendet und am Ende seines Lebens kann er sogar kompostiert werden. Den ersten Preis des Nachwuchspreises MehrWert NRW erhielt die junge Designerin dafür – und bei der Preisverleihung im Oktogon auf Zeche Zollverein auch schon erste Kontakte zu einem möglichen Produktions- und Vertriebsunternehmen.

Der zweite Preis ging an Philipp Treige von der Alanus-Hochschule Alfter bei Bonn für ein langlebiges, mit Lampenöl wieder befüllbares Teelicht aus Porzellan, das tausende Tonnen energie- und materialintesiv hergestellten Aluminiumschrotts vermeiden könnte. Einen Förderpreis erhielt Jule Bols für die intelligente Kühlschrank-Glasablage Lightshelf, die mit einem Lichtfokus auf demnächst zu verbrauchende Produkte hilft, Lebensmittelabfälle zu vermeiden.

Neben diesen innovativen Produktideen, die mit 3000 Euro belohnt wurden, gab es insgesamt 20.000 Euro und einen Sonderpreis im Rahmen des „Effizienz-Preis NRW – Das ressourceneffiziente Produkt“ Ausgabe 2017. Zwar war die nordrhein-westfälische Umweltministerin Christina Schulze Föcking wegen Krankheit verhindert und so übernahm Michael Hermanns, Abteilungsleiter im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW die Verleihung, zu der rund 250 Gäste gekommen waren.

So gingen die beiden Hauptpreise des Effizienz-Preises NRW an die Aquaburg Hochwasserschutz GmbH aus Münster für ihr innovatives und ressourcenschonendes Hochwasserschutzsystem „AquaWand“ und an das Deutsche Textilforschungszentrum Nord-West (DTNW) in Krefeld für ein neuartiges Adsorbertextil, mit dem kostengünstig wertvolle Edelmetalle wie Platin, Gold, Silber oder Palladium aus wässrigen Lösungen zurückgewonnen werden können. Den Sonderpreis erhielt außerdem die Bäckerei „Ihr Bäcker Schüren“ aus Hilden für ihr ressourcenschonendes Unternehmenskonzept. Eine siebenköpfige Experten-Jury hatte insgesamt 30 Einreichungen begutachtet.

„Die prämierten Produkte zeichnen sich nicht nur durch ihre hohe Ressourceneffizienz und gute Umweltbilanz aus, sondern auch durch die klaren Vorteile gegenüber den am Markt verfügbaren konventionellen Lösungen“, erklärte Dr. Peter Jahns, Leiter der Effizienz-Agentur NRW, im Rahmen der Preisverleihung.

So ist die AquaWand aus Münster mit seiner Konstruktion der Schutzwände aus Stahl und Membran wesentlich leichter und damit auch weniger ressourcen-, personal-, transport und damit kostenintensiv als herkömmliche Aludammwände. Mit dem Absorbertextil aus Krefeld, das die Erfinder gern auch "Goldenes Vlies" nennen, lassen sich zwischen 35 und 50 Prozent mehr wertvolle Edelmetalle wie Platin, Gold, Silber oder Palladium aus wässrigen Lösungen z. B. aus Galvanikbetrieben oder bei der Leiterplattenherstellung wiedergewinnen als bisher. Und die bereits mit dutzenden Preisen überhäufte Bäckerei Ihr Bäcker Schüren kommt mit der Umstellung ihres Rohstoffeinkaufs auf regionale Bioproduzenten durch die höhere CO2-Speicherkapazität der ökologischen Landwirtschaft auf eine noch bessere Ökobilanz als bisher – und die ist durch das ganzheitliche Unternehmenskonzept. mit nahezu klimaneutraler Produktion, Photovoltaik und größtem öffentlichem Elektroauto-Ladepark in Deutschland schon sehr gut.

Mehr zu den preisgekrönten Produkten und Unternehmen mit Filmen und mehr auf den Seiten ressourceneffizienz.de.



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