• Mehr Kleinlebewesen verhindern die Aufnahme von CO2 in den Ozeanen

Montag, 24. Juli 2017

Ozeane werden wärmer und speichern weniger CO2

Der Klimawandel schwächt seine letzten Kohlendioxidpuffer. Weil sich die Meere stetig erwärmen, steigt die Menge der Kleinlebewesen an der Oberfläche und weniger Wasserpflanzen sinken ab. Die Folge: die Aufnahmefähigkeit für CO2 sinkt.

Die Erderwärumung trifft alle Ökosysteme. Doch wenn sich durch den Klimawandel auch noch bisherige Puffersysteme wie Böden, Wälder und Ozeane verändern, sind die Folgen besonders unberechenbar. So können die sich allmählich erwärmenden Ozeane immer weniger CO2 aufnehmen. Dabei geht es um hunderte Millionen Tonnen pro Jahr, haben Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) herausgefunden.

Weniger Algen werden CO2-Speicher

Schuld an der Misere sind vor allem Kleinlebewesen, die in der oberen Meeresschicht leben - dazu gehören Bakterien und Krill, eine Krebsart. Diese verbrauchen Sauerstoff und geben CO2 ab. Das verbrauchen Wasserpflanzen, die zusätzlich noch das CO2 verwerten, das sich auf natürliche Weise im Wasser löst. Wenn die Pflanzen absterben, sinken sie auf den Meeresgrund, und mit ihnen das gebundene Klimagas. Das CO2 bleibt dauerhaft in tausenden Metern Tiefe.

Jährlich nimmt die Menge an Algen in den Weltmeeren um 50 Mrd. Tonnen zu. Sechs Mrd. Tonnen sinken in der gleichen Zeit auf den Grund der Meere. In den vergangenen 30 Jahren ist die Menge an abgestorbenen Wasserpflanzen um 1,5 Prozent gesunken. Das bedeut, dass jedes Jahr rund 100 Mio. Tonnen Plankton zusätzlich in den oberen Meeresschichten bleiben.

Pro Jahr wird ein Großbritannien weniger aufgenommen

Gleichzeitig steigt die Menge an Kleinlebewesen drastisch an, weil sich das Wasser erwärmt und so für bessere Lebensbedingungen sorgt. Es bildet sich noch mehr CO2, sodass die Ozeane weniger Klimagas aus der Atmosphäre aufnehmen können. Pro Jahr geht es dabei um etwa die gleiche Menge, die Großbritannien emittiert, also um gut 400 Mio. Tonnen. Die Berechnungen der MIT-Forscher beruhen auf Messungen der Oberflächentemperaturen der Ozeane seit 1982. Die Daten wurden von Satelliten, Schiffen und stationären Bojen ermittelt.

Mehr zu den Folgen des Klimawandels für die Weltmeere und den Binnen-Wasserhaushalt im factory-Magazin Baden gehen oder online im Themenbereich im Beitrag Meer geht nicht.

Quelle: Pressetext
Bild: MIT



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