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    Donnerstag, 26. Juli 2018

    Digitalisierung für die Circular Economy

    Wertstoffe im Kreislauf zu führen und dadurch den Rohstoffverbrauch drastisch zu reduzieren, muss sich als Wirtschaftsmodell durchsetzen, wenn der Klimaschutz erfolgreich sein soll. Die Digitalisierung kann dabei helfen, die notwendigen Daten für die Kreislaufwirtschaft zu erfassen und verfügbar zu machen.

    Recorcify ist so ein Beispiel. Die App des 2015 noch als "Pendula Resource Management" gegründeten Start-ups ermöglicht es Unternehmen und Recyclern, ihre Entsorgungs- und Recyclingprozesse zu organisieren, zu verfolgen und auszuwerten. Im Idealfall läuft so die gesamte Entsorgungskette digitalisiert und automatisiert ab, vernetze Sensoren erfassen die Füllstände der Wertstoff-Container und geben die Daten direkt an den Entsorger weiter. Die Nutzung von Echtzeitdaten und -analyse spart somit nicht nur erheblichen Verwaltungsaufwand, sondern auch Kosten, Emissionen und weiteren Arbeitsaufwand. Container werden dann geleert, wenn es notwendig ist, unnötige Fahrten gespart, die Daten produzierten "Abfalls" stehen sofort Weiterverarbeitern zur Verfügung. Die wertvollen Stoffströme lassen sich erhalten, indem die Informationen zu den Sekundärrohstoffen getauscht – Logistik und Aufbereitung werden einfacher und effizienter.

    Die Erfassung von Daten zu Materialien und Mengen und ihre Weitergabe und Verarbeitung ist entscheidend für den Fortschritt der klimaschützenden Kreislaufwirtschaft, neudeutsch auch Circular Economy. In einem intelligenten Gesamtsystem wäre es sogar denkbar, dass sich wiederzuverwertende Produkte ihre Märkte über das Internet of Things automatisiert „selbst“ erzeugen, schreibt Dr. Henning Wilts in seinem Beitrag für das factory-Magazin Digitalisierung. Wilts ist Leiter des Forschungsfelds Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut.

    In der factory zeigt er sich als großer Fan der digitalen Möglichkeiten: "Sie eröffnen bisher kaum vorstellbare Möglichkeiten, Rohstoffe in geschlossenen Kreisläufen zu führen und damit den Bedarf an Primärmaterialien zu senken", so Wilts. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass die digitale Kreislaufwirtschaft tatsächlich nur „grün“ werden kann, wenn man den dafür notwendige Rohstoffeinsatz nicht übersieht. Dennoch ist er überzeugt, dass Erfassung und Verwaltung von Informationen über die verarbeiteten Materialien über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts der Schlüssel für eine zukunftsfähige Wirtschaft sind: eine Art materialwirtschaftliche Gesamtrechnung – analog zur volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, die hilft, Wirtschaftskrisen zu vermeiden.

    Was dazu notwendig ist und welche Ansätze heute schon erfolgreich sind, lesen Sie in seinem Beitrag Digitaler Kreislauf online oder hübsch illustriert im factory-Magazin Digitalisierung. Mehr zu den ressourceneffizienten Effekten der Kreislaufwirtschaft erfahren Sie im factory-Magazin Circular Economy.



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