factory - Magazin für nachhaltige Entwicklung

factory-Newsletter 4-2012

Liebe Freundinnen und Freunde der factory!


Die Deutschen sind Weltmeister im Trennen. Nicht in der Trennschärfe der Analyse oder in der Kulturtechnik des Trennens, sondern im Trennen von Abfall. Blaue, gelbe, graue und grüne Behälter, ob zuhause, auf dem Bahnsteig, in Schule und Betrieb, alle wissen Bescheid. Die Abfalltrennung der Deutschen ist berühmt, das Modell oft kopiert.

Dass wir Abfall so gut trennen können, dazu hat das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz beigetragen. In diesem Jahr wurde es novelliert. Jetzt heißt es nur noch Kreislaufwirtschaftsgesetz – ohne Abfall. Abfall soll vermieden werden, durch Abfallvermeidungsprogramme. Rechtsexperten sagen dagegen, dass wir ein echtes Ressourcenschutzgesetz benötigen. Schließlich könne man den Ressourcenschutz nicht der Abfallwirtschaft überlassen, deren Interesse die Restverwertung von Ressourcen wäre.

Aber dafür müssten wir uns trennen. Doch im Trennen von alten Vorstellungen, wie Wirtschaft zu funktionieren hat, welche Regeln wir benötigen, wie wir mit Ressourcen umgehen dürfen, darin sind wir wenig vorbildhaft. Warum das so ist und wie es ändern könnten, zeigt factory, das Magazin für Nachhaltiges Wirtschaften, in der neuen Ausgabe Trennen.

Dazu führt uns der Philosoph Bernd Draser zunächst in die Kunst des Trennens ein. Um die großen Schätze in den kleinen Dingen geht es im Interview von Bert Beyers mit Christian Hagelüken, einem Rohstoff-Experten des belgischen Materialtechnologie-Konzern Umicore. Wie Ressourcenschutz im Design verankert werden kann und mit welchen Ideen junge Designerinnen und Designer diese Aufgabe lösen, berichten die Industriedesignerin Prof. Anke Bernotat und ihre Mitarbeiterin Judith Schanz von der Folkwang Hochschule der Künste. In ihrem Standpunkt fordert die BUND-Ehrenvorsitzende Prof. Dr. Angelika Zahrnt mehr Trennung: Wir betrachten die drei Säulen der Nachhaltigkeit viel zu sehr isoliert und brauchen mehr interdisziplinäres Denken und Handeln.

Wie schwer dieser Wandel zur nachhaltigen Gesellschaft mitten im digitalen Zeitalter und seiner schnellen Produktwechsel ist, zeigt das Interview mit der Wirtschaftswissenschaftlerin Dr. Maria J. Welfens, die ein eine Bildungs- und Kommunikationskampagne für Schulen zur Handy-Rückgabe betreut. Trenntechnik ist im Zeitalter der Ressourcenknappheit lebenswichtig für die Versorgung der Menschen, berichtet Bert Beyers in "Meerwasser minus Salz". Warum zumindest materielles Trennen gut tut  erzählt der Geologe und Wirtschaftsingenieur Klaus Dosch in seiner Glosse. Nur soviel: Es ist der alte Kampf von Digital vs. Vinyl.

Alle Beiträge finden Sie im neuen PDF-Magazin der factory Trennen, dazu wie immer Zahlen und Assoziationen zur Inspiration und Unterhaltung, das Ganze schön illustriert und auf Tablets und am Bildschirm lesbar. Einzelne Beiträge veröffentlichen wir auch im Netz unter Themen. Im Netz gibt es auch News und Termine und die bisherigen Themen-Ausgaben der factory 2.0: Wachstum, Teilhabe und Selbermachen.

Viel Freude beim Trennen – und beim Abschied vom alten Jahr!

Ralf Bindel und das Team der factory


Impressum

Redaktion:

Ralf Bindel, rabe medienbüro, Am Varenholt 123, 44797 Bochum
Tel. 0234 9799-513, Fax -514

www.rabebuero.de

Herausgeber:

Effizienz-Agentur NRW
Dr.-Hammacher-Straße 49, 47119 Duisburg
Tel 0203 37879-30, Fax -44

www.efanrw.de

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH
Döppersberg 19, 42103 Wuppertal
Tel 0202-2492-0, Fax -108

www.wupperinst.org

Newsletter abbestellen // Newsletter im Browser anschauen