• Vier Szenarien für das dann ehemalige Braunkohlerevier Indeland im Jahr 2050. Bild: Screenshot Regionalszenarien.de

Mittwoch, 10. Juli 2013

Welche mögliche Zukunft wollen wir?

Manche praktizieren es schon seit Jahrzehnten, andere kommen erst in Zeiten zunehmender Krisen darauf: Mit Szenariotechnik mögliche Entwicklungen der Zukunft zu analysieren - um die Resilienz zu erhöhen und Alternativen anzusteuern.

Einhundert Prozent Strom aus erneuerbaren Energien bis 2050 in Deutschland? Ist möglich, sagt eine Studie des Umweltbundesamtes. Gegenübergestellt werden drei verschiedene Szenarien, im Szenario Regionenverbund nutzen alle Regionen ihre Potenziale für erneuerbare Energien weitgehend aus. Speicher, Lastmanagement, Erzeugungsarten werden genau aufeinander abgestimmt, dann klappt die Vollversorgung mit grünem Strom, auch ohne zentralisierte Großtechnologie.

Abendland, Förderland, Ellenbogenland und Neuland heißen die vier möglichen Welten, die Indeland-Szenarien für 2050. Die Aachener Stiftung Kathy Beys hat sie entwickelt. Als Idee für die Zeit nach der Braunkohle im Indeland, in der rheinischen Tiefebene vor Aachen. Dort wird der Tagebau Inden 2030 rekultiviert. Ein Element der Szenarios, das Wirtschaftsexperten schon heute diskutieren: Der Energiekonzern RWE ist von einem anderen internationalen, finanzkräftigeren Unternehmen übernommen, die Verantwortung für die Tagebaurestwelt liegt in anderen Händen.

Klaus Dosch, wissenschaftlicher Leiter der Aachener Stiftung, kennt sich gut aus mit Szenarien. In seinem Beitrag über mögliche Zukünfte und wie wir ihre Voraussetzungen erfassen können, führt er auch das wahrscheinlich bekannteste Bespiel des Ölkonzerns Shell an. Aufgrund der damals schon angewendeten Szenariotechnik traf das Unternehmen die Ölkrise 1973 nicht ganz unvorbereitet. Wir können uns ziemlich sicher sein, dass in Großunternehmen auch heute Szenarien für den Klimawandel, die mögliche Fracking-Revolution in Europa und 100 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien entwickelt werden.

Doch warum dieses Simulationsspiel nur den Großen überlassen? Was wäre wenn, so auch der Beitrag von Klaus Dosch, auch Städte und Gemeinden, kleine und mittlere Unternehmen Regionalszenarien entwürfen? Würde das nicht zu mehr planerischer Sicherheit, zu mehr Zuversicht und zu verlässlicher Steuerungspolitik führen? Wie sich Szenarien für den Weg in eine nachhaltigere Zukunft nutzen lassen, lesen Sie im factory-Beitrag Was wäre wenn. Er führt in das Thema Vor-Sicht ein, mit dem wir Vorsorgeprinzip und Zukunftsgestaltung im Sinne der Nachhaltigkeit in einer Ausgabe verbinden. Diese ist mit einigen Beiträgen online, im größeren Umfang und schöner illustriert als PDF-Magazin zum bequemen Lesen am Bildschirm und auf Tablets kostenlos erhältlich.



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