Reden über Ressourcen

factory Titel Wir müssen reden

Survival of the fittest! Konkurrenz belebt das Geschäft! Die deutsche Wirtschaft muss wettbewerbsfähig bleiben! Bekannte Aussagen, die jedoch verdrängen, dass nicht Konkurrenz, sondern Kooperation der evolutionäre Motor komplexer sozialer Gemeinschaften wie der menschlichen war. Nur die Kooperation befähigt Menschen Ackerbau, Städte, Märkte und Kulturen aufzubauen und zu betreiben – und selbstverständlich auch zu zerstören. Denn Zusammenarbeit bedeutet nicht gleichzeitig Solidarität und Empathie zwischen allen Gruppen oder Menschen. Sie richten ihre Kooperationen an nutzenbringenden Zielen aus: sei es für den Aufbau eines Unternehmens, innerhalb von Organisationen oder für funktionierende Beziehungen. Angesichts der dramatischen Folgen des Klimawandels und des wachsenden Ressourcenverbrauchs sind viel weitergehende institutionelle Kooperationen nötig – nicht nur bei Klimaverhandlungen und Politgipfeln. Kooperationen zum Zweck des Wandels, zum schonenden Umgang mit Ressourcen, für suffiziente Lebensstile, für die Etablierung der Nachhaltigkeit sollten unsere Agenda bestimmen. Und was macht man, um zu solchen Gemeinschaftszielen zu gelangen?

Deswegen haben wir diese factory-Ausgabe so betitelt: Wir müssen reden! Es geht um nichts weniger als Kooperation und Kommunikation zur Ressourcenschonung, die für uns der Schlüssel für Umwelt- und Klimagerechtigkeit ist. Das soll nicht nur appellatorisch klingen, das ist auch so gemeint. Denn schon die ersten Ansätze zum Beispiel innerhalb von unternehmerischen Wertschöpfungsketten zeigen, dass allein durch das „Miteinander reden“ schon viel für den Ressourcenerhalt zu holen ist. „Das A und O der Kooperation ist die Kommunikation“, bestätigt Holger Berg in unserem einleitenden Beitrag zu Ressourcenkooperationen Gemeinsam sind wir stärker. Wie wichtig verständliche Bilder für das Verständnis des Ressourceneinsatzes sind, schildert Joachim Wille in der Geschichte des ökologischen Rucksacks, der Erfindung von Friedrich Schmidt-Bleek. Dass die Kommunikation der Nachhaltigkeit auch entsprechend gestaltet sein sollte, scheint selbstverständlich, die Realität sieht allerdings anders aus, beschreibt der Kommunikationsdesigner Elmar Sander in Schön und gut, aber ... Die Fotografin Isabell Zipfel zeigt in ihrer Reportage „Landgrabbing“, wie weit der Raub der Ressource Boden bereits vorangeschritten ist. „Das spricht uns an“ der beiden Kommunikationsexpertinnen Martine Bouman und Sarah Kehrer Lubjuhn stellt die richtige zielgruppengerechte Ansprache zur Vermittlung von Nachhaltigkeitsinhalten vor. Carsten Baumgarth und Özlem Yildiz treten in ihrem Beitrag zur Markenkunst für eine stärkere Kooperation von Künstlern und Nachhaltigkeitsvermittlern ein.

Wir hoffen mit diesem Themenmagazin dazu beizutragen, dass möglichen Ressourcenkooperationen und der hierfür notwendigen Ressourcenkommunikation mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Denn so wichtig das Reden (und Schreiben und Lesen) auch ist – wir müssen handeln!

Ralf Bindel und das Team der factory

Mehr Beiträge zum Thema Kommunikation und Kooperation gibt es nicht nur online, sondern auch in unserem Magazin Wir müssen reden. Das ist wie immer schön illustriert und vor allem gut lesbar auf Tablet-Computern und Bildschirmen und enthält zudem sämtliche Beiträge und Fotos sowie Zahlen und Zitate.


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