• Perlenflasche Mehrweg aus Glas
Montag, 25. September 2017

Das Design macht den Ressorcenschutz

Eine Wirtschaft, die Rohstoffe und Energie  im Kreislauf führt und sie nur noch in kleinen Anteilen benötigt, ist der Schlüssel zu dauerhaftem Ressourcen- und Klimaschutz. Voraussetzung dafür ist jedoch ein Produktdesign, das auch sparsameren Prozessinnovationen folgt. Denn Kreislauffähigkeit allein reicht nicht aus.

Sie ist ein Paradebeispiel ästhetischen Produktdesigns: Die so genannte Perlenflasche, die Normglasflasche der Deutschen Mineralwasserproduzenten. Seit fast 50 Jahren wird sie produziert und ihre einzelnen Exemplare werden so lange wie möglich im Kreislauf geführt.

Das Mehrwegflaschensystem in Deutschland ist weltberühmt: Kohlensäurehaltige Getränke kommen in Flaschen, die mehrfach befüllt werden, so das ressourcenschonende Ideal. Inzwischen ist es vielfach aufgeweicht. Leichtgewichtige Einweg-Kunststoffflaschen haben den Glasflaschen den Rang abgelaufen. Sie sind zwar mit einem Pfand versehen, werden jedoch nicht wieder befüllt sondern recycelt. Ihre Bestandsstoffe werden zerhackt, geschmolzen und im besten Fall zumindest anteilig zu neuen Flaschen, in den allermeisten Fällen aber zu minderwertigen Kunststoffprodukten verarbeitet.

Der Ressourcenverbrauch dabei ist immens. Während sich Glasflaschen in Deutschland weitgehend sortenrein sammeln lassen und ihr Scherbenmaterial zu 100 Prozent wiederverwendbar ist, kommen die marktbeherrschenden PET-Flaschen nur auf 30 Prozent Recyclingfähigkeit.

Doch legt man den Ressourceneinsatz zugrunde, ist die leichte Mehrweg-PET-Flasche tatsächlich die klimaschonendeste Veriante, während die Perlenflasche unter den Mehrwegflaschen am schlechtesten abschneidet, zeigt eine Untersuchung des Wuppertal Instituts.

Der Grund ist jedoch nicht allein der hohe Rohstoffverbrauch bei der Flaschenproduktion – festgelegt durch ein Produktdesign, das immerhin schon 50 Jahre alt ist. Auch die Reinigungs- und Abfüllanlagen für die Normflasche sind inzwischen veraltet und verbrauchen zu viel Energie, Chemikalien und Wasser.

Recyclingfähigkeit und Ressorucenschutz sind keine Einbahnstraße: Hersteller müssen also ihr Produktdesign ebenso wie die entsprechenden Infrastrukturen in Abständen anpassen, wie der Beitrag Kreislaufkonstruktion: das richtige Design im factory-Magazin Circular Economy zeigt. Und an anderen Beispielen lässt sich erkennen, dass weniger Ressourceneinsatz nicht immer zu mehr Ressourcen- und damit Klimaschutz führt – dass es aber dennoch immer Möglichkeiten zu einer idealen Lösung gibt.

Mehr dazu im factory-Magazin Circular Ecnomy, das sich auf Tablets gut lesbar präsentiert oder im Themenbereich online.

Bild: Normbrunnenflasche, Rainer Wenz, Wikimedia-Commons



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Kommentare

25. September 2017 um 17:09 Uhr | Kevin Richter

Leider ist das nur ein kleinerer Teil der Wahrheit. Zu der gehört auch, dass das Herstellen, Herumfahren und Verkaufen von Wasser (einschließlich gesüßtem und gefärbtem Wasser) in Flaschen komplett unnötig ist, da wir ein gut funktionierendes Trinkwasser-Gewinnungs- und Verteilungssystem im Land haben.

http://www.atiptap.org/


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