Die Herausgeber berichten

UN-Klimakonferenz darf Anschluss an den Klimawandel nicht verlieren

Die internationale Staatengemeinschaft trifft sich vom 7. bis 18. Dezember 2009 in Kopenhagen, um ein neues Weltklimaabkommen zu verabschieden. Ziel der Verhandlungen ist eine rechtlich verbindliche Einigung in vier Bereichen: Treibhausgas-Obergrenzen für Industrieländer, Treibhausgas-Sparmaßnahmen für Entwicklungs- und Schwellenländer sowie finanzielle und technologische Hilfen der Industrieländer für die südlichen Länder. Das Wuppertal Institut hat einen Vorschlag für eine effektive und gerechte Vereinbarung veröffentlicht. Kurz vor dem Start mahnten führende Klima- und Politikberater der Bundesregierung eindringlich einen erfolgreichen Abschluss der Konferenz an. In einer gemeinsamen Pressekonferenz am 20. November 2009 in Berlin erörterten Umweltbundesamt (UBA), Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) und Wuppertal Institut ihre Erwartungen an den internationalen Klimagipfel. Die Folgen des Klimawandels träten deutlicher in Erscheinung als dies noch vor wenigen Jahren erwartet wurde. Die Menschheit brauche ein ambitioniertes Kyoto-Folgeabkommen mit klaren und verbindlichen Treibhausgasminderungszielen. Eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Wuppertal Instituts ist in Kopenhagen dabei, um die Verhandlungen zu beobachten und ihre Vorschläge zu unterbreiten.

 

Weitere Informationen: www.wupperinst.org/COP/

Wie reagieren Gesellschaft und Finanzmärkte auf Klima- und Finanzkrise?

Die andauernde globale Krise in der Finanz- und Wirtschaftswelt offenbart, wie schlecht diese gerüstet ist, um damit umzugehen. Ein Grund für den fahrlässigen Umgang des Finanzsektors mit Großrisiken und -chancen ist der Mangel an einem geeigneten Instrumentarium. Deshalb hat sich eine Allianz aus Finanzsektor, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammengefunden und in einem dreijährigen Projekt „Mainstreaming von Klimarisiken und -chancen im Finanzsektor“ ein Set an Managementwerkzeugen entwickelt. Die Ergebnisse des Verbundprojekts, das durch das Bundesforschungsministerium gefördert wird, wurden auf zwei Konferenzen in Frankfurt/Main vorgestellt und diskutiert. Die erste Veranstaltung fand im Rahmen der 4. Corporate Responsibility Conference auf der Euro Finance Week statt, die zweite wurde in Kooperation mit der KfW Entwicklungsbank durchgeführt.

Die Projektergebnisse und weitere Dokumente gibt es auf der Projekthomepage

unter: www.climate-mainstreaming.net

Ressourceneffizienz und Vertrauenskultur in Unternehmen

Was zeichnet kleine und mittlere Unternehmen aus, die erfolgreich ressourceneffizient wirtschaften und Innovationen hervorbringen? Dieser Frage wird das Wuppertal Institut im Verbundprojekt „RessourcenKultur“ nachgehen. Partner ist dabei das Forschungszentrum Nachhaltigkeit der Universität Bremen, artec. Als unterstützende Organisationen sind die Effizienz-Agentur NRW und die Deutsche Materialeffizienzagentur – demea beteiligt. Mit Hilfe von Umfragen in Unternehmen und Feldforschung sollen insbesondere die Zusammenhänge zwischen Vertrauenskultur und Innovationen für Ressourceneffizienz analysiert werden. Zudem sind Workshops zur Strategieentwicklung, eine Good-Practice-Sammlung, eine Konferenz sowie die Aufbereitung der Ergebnisse unter anderem in Buchform geplant. Das neue Projekt gehört zum Förderprogramm „Arbeiten, Lernen, Kompetenzen entwickeln – Innovationsfähigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Es ist auf dreieinhalb Jahre angelegt.

Weitere Informationen: www.ressourcenkultur.de

Neue Leitung im Berliner Büro des Wuppertal Instituts

Wolfgang Sachs, der bereits vor einiger Zeit seinen Forschungsschwerpunkt nach Berlin verlagert hat, ist nunmehr Leiter des Berliner Büros des Wuppertal Instituts. Die Neubesetzung wurde nach dem Wechsel des bisherigen Leiters, Hermann E. Ott, in den Deutschen Bundestag notwendig. Die Berliner Außenstelle des Wuppertal Instituts verstärkt die wissenschaftliche Politikberatung und die Akquisitionskapazität in der Bundeshauptstadt. Darüber hinaus fördert sie hier die Kooperation des Wuppertal Instituts mit anderen wissenschaftlichen Instituten vor Ort.

Kontakt: Wuppertal Institut, Hackesche Höfe/

Rosenthaler Straße 40/41, 10178 Berlin, T 030 2809-5494

 

Wuppertal Institut und Universität Peking kooperieren

Das Wuppertal Institut und der Fachbereich Umwelt- und Ingenieurswissenschaften der Tsinghua Universität Peking haben am 29. Oktober 2009 in Peking mit einer Absichtserklärung die künftige verstärkte Zusammenarbeit bei Forschung und Ausbildung vereinbart. Die Kooperation soll in Form gemeinsamer Forschungsprojekte, Workshopsserien, dem Austausch von Forscherinnen und Forschern geschehen. Mittelfristig soll ein gemeinsames Doktoranden- Programm eingerichtet werden. Die Energie- und Klimapolitik, hier besonders die Diskussion über ein Post-2012-Klimaabkommen sowie CO2-Vermeidungsstrategien, wird im Zentrum der Zusammenarbeit stehen. Gemeinsame Forschung wird aber auch in den Bereichen Ressourceneffizienz, Materialflussanalysen, weiter gehende Ansätze für eine Ausweitung der Kreislaufwirtschaft sowie Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren stattfinden.