Editorial
Ressourceneffiziente Investitionen fördern
Die gute Nachricht lautet: Die meisten Investitionen deutscher Unternehmen gehen heute in die Verbesserung der Ressourceneffizienz. Sie wird leider von einer schlechten begleitet: Aufwand und Kosten für die entsprechenden Kredite sind für die investitionswilligen Unternehmen höher geworden – trotz großer staatlicher Förderung der Ressourceneffizienz. Insofern ist es durchaus berechtigt von einer „Kreditklemme“ zu reden, obwohl das Angebot an Krediten nie größer war. Die Banken verlangen bessere Bilanzen, bessere Konzepte und häufigere Dokumentation – und mehr Eigenkapital. Damit wollen sie angesichts der Krise das gestiegene Ausfallrisiko für ihre Kredite absichern. Dieses ist jedoch bei Rationalisierungsinvestitionen zur Einsparung von Ressourcen wie Energie, Rohstoffen und Wasser gering. Die Erfahrungen derjenigen, die schon investiert haben, zeigen, dass Investitionen in die Ressourceneffizienz sich fast von selbst finanzieren. Allerdings benötigen insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen für die Veränderung umwelt- und klimaschonender Prozesse sowie Produkte Unterstützung bei der Informationsbeschaffung in einer immer unübersichtlicher werdenden Förderlandschaft. Diese bietet so günstige Bedingungen wie nie zuvor. Die Politik hat sich klar für die Förderung der Ressourcenschonung entschieden. Förderprogramme, abrufbar über die Europäische Investitionsbank, die KfW-Bankengruppe und Landes-Förderinstitute sollen für zinsgünstige Kredite zur Erschließung der betrieblichen Effizienzpotenziale sorgen. Doch noch tun sich viele Banker schwer, die technischen Details der Anlagen- und Prozessverbesserungen zu verstehen und vor allem, sie für die Bewilligung bereitstehender Fördergelder entsprechend zu formulieren. Manche haben bereits erkannt, dass Kosten minimiert werden können, wenn unabhängige Fachleute für diese Fragen eingeschaltet werden, beispielsweise die „Ressourceneffizienzmakler“ der Effizienz-Agentur NRW. Sie übernehmen die Rolle des Vermittlers zwischen Technik und Finanzierung. Sie sind Spezialisten für die Nutzung der Förderprogramme und vermitteln selbst kritischen Bankern die finanziellen Erfolgsaussichten. So lautet jedenfalls der Tenor der Erfahrungen, die Banker und Unternehmer in dieser factorY-Ausgabe berichten. Dabei wird auch deutlich, dass die Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften und dies durch Zertifikate oder Nachhaltigkeitsberichte dokumentieren, bessere Karten bei den Banken haben. Nach welchen Kriterien die besten Reports entstehen, zeigt in diesem Jahr wieder das Ranking der Nachhaltigkeitsberichte von future und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse bietet diese factorY in einem Sonderteil.

