Ausgabe 04/2008: Chance für Öko-Innovationen nutzen

Editorial: Chance für den Umbau nutzen

Mit dem Wahlsieg von Barack Obama verbinden sich in den USA große Hoffnungen auf eine schnelle Überwindung der Wirtschaftskrise. Dabei macht ein Begriff die Runde, den der US-Präsident Franklin D. Roosevelt zur Bewältigung der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre geprägt hat: der New Deal. Ein staatliches Konjunkturprogramm, mit dem Millionen Arbeitsplätze geschaffen wurden und das den Wohlstand gerechter verteilen ­sollte. Im Unterschied zu damals ist es heute wichtig, neben den wirtschaftlichen und sozialen auch ökologische Aspekte in ein solches Programm einzubeziehen. Das fordern... [Beitrag lesen]

Thema

Öko-Innovation ist das Gebot der Stunde

Klimawandel und Rohstoffknappheit und jetzt auch noch die Wirtschaftskrise, größer könnte die Herausforderung für die deutsche Wirtschaft nicht sein. Doch bietet sich ihr auch eine große Chance, denn sie verfügt über eine hervorragende Ausgangsbasis, um mit energiesparenden und ressourcenschonenden Technologien im internationalen Wettbewerb zu ­punkten. Dabei kann sie auf die Unterstützung durch die Europäische Union ebenso rechnen wie auf den soeben verabschiedeten „Masterplan Umwelttechnologien“ der Bundesregierung... [Beitrag lesen]

Global Governance, technischer Fortschritt und Ressourceneffizienz

Die Welt sieht sich spätestens seit der Weltkonferenz von Rio 1992 vor der Herausforderung, eine nachhaltige Entwicklung bewusst zu gestalten. Das bedeutet insbesondere eine große Designaufgabe bezüglich der Wirtschaft, nämlich die Gestaltung eines nachhaltigkeitskonformen Wachstums, das begleitet werden soll durch sozialen Ausgleich und den Erhalt der ökologischen Systeme. Diese Zukunftsperspektive sieht Professor Franz-Josef Radermacher, der Informatik an der Universität Ulm lehrt und Mitglied des Club of Rome ist, durch zwei andere mögliche Zukünfte bedroht: den Kollaps der ökologischen Systeme und in der Folge der Gesellschaftssys­teme oder einer Ressourcendiktatur („Brasilianisierung“). Die Grundzüge ... [Beitrag lesen]

Wie Unternehmen öko-innovativ werden

Unabhängig von den Bemühungen um einen Systemwechsel zur Förderung von Öko-Innovationen werden Unternehmen, die ihrerseits einen Strategiewechsel in Richtung Nachhaltigkeit unternehmen, häufig vom Erfolg belohnt. Eine europäische Studie hat den Einfluss von Öko-Innovationen untersucht...

Aus dem Labor des Lebens

Neue Technologien, die nachhaltige Effizienzgewinne verheißen, lassen sich nicht immer aus Alt-Bekanntem weiterentwickeln. Oft braucht es eine völlig neue Struktur zur Forschung und Entwicklung in den Unternehmen. Erfolg versprechen kreative Konzepte wie die nutzerorientierten „Living Labs” und interdisziplinäre Forschungsteams in „Projekthäusern”.

Umweltinnovationen für die „Dritte Industrielle Revolution“

Standpunkt von Martin Jänicke

Der Industrialismus ist global in die Krise geraten und seine Massenproduktion auf der Basis billiger Rohstoffe hat historische Grenzen erreicht. Das Bewusstsein entsprechend dramatischer Veränderungen hat die Öffentlichkeit und auch die politische Klasse der Welt ergriffen. Der neue US-Präsident fordert nicht weniger als eine „grüne Energierevolution“. Der Präsident der EU-Kommission spricht sogar von einer „Dritten Industriellen Revolution“.

 

Projekte

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis

Am 5. Dezember wurde er erstmals vergeben: der Deutsche Nachhaltigkeits­preis. In Begleitung von viel politischer, unternehmerischer und medienwirksamer Prominenz wurden die vorbildlichsten Unternehmen und Marken Deutschlands ausgezeichnet.

Ansatzpunkte für mehr Ressourceneffizienz

Die Steigerung der Ressourceneffizienz wird zum Top-Thema der nationalen und internationalen Politik. Um die richtigen Wege zu ihrer Förderung zu gehen, müssen zunächst die Potenziale der verschiedenen Technologien, Produkte und Strategien geklärt werden. Erste Richtungsangaben hat jetzt das Forschungsprojekt „Materialeffizienz und Ressourcenschonung“ (MaRess) gemacht.

Nachhaltigkeit im Unternehmen messen

Wie sich die Nachhaltigkeitsleistung eines Unternehmens in Euro ausdrücken lässt, wurde in dem Projekt „Nachhaltig erfolgreich Wirtschaften“ (NeW) gezeigt. Der zugrundeliegende „Sustainable-Value-Ansatz“ hat mittlerweile auch bewiesen, wie vorteilhaft er in kleinen und mittelständischen Unternehmen eingesetzt werden kann.

Der bayerische Weg zum nachhaltigen Produkt

Das gibt es nur in Bayern: ein eigenes Referat zur „Integrierten Produktpolitik“ (IPP) im Umweltministerium. Seit 2000 hat es in enger Zusammenarbeit mit großen und kleinen Unternehmen gezeigt, wie dieses Konzept in der Praxis angewandt werden kann und dazu passende Instrumente und Unterstützungsangebote entwickelt.

Unternehmen

Aus der Region für die Region

Im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf haben fünf Freunde „ihre“ Brauerei gerettet. Das „Hinterländer Brauhaus“ setzt auf den regionalen Markt und traditionelle Braukunst in zeitgemäßer Form, wozu auch ein Bio-Bier gehört. [Beitrag lesen]

Mit Geojetting effizienter zur Geothermie

Bohren konnte man im Ruhrgebiet schon immer gut – erst nach Kohle, jetzt nach ­Erdwärme. Nachdem deren Förderung ins Stocken gekommen war, könnte nun ein neues Verfahren der Hochschule Bochum im Verbund mit dem Heizungsbauer ­Vaillant der oberflächennahen Geothermie neuen Schwung geben.

„Holzstoff“ für den Autobau

Aus Lignin, einem Holzbestandteil, lässt sich ein Werkstoff herstellen, der wie ein Kunststoff eingesetzt werden kann. Entwickelt hat ihn das Unternehmen Tecnaro. Jetzt leitet es einen Forschungsverbund, der den „Holzstoff“ weiterentwickeln soll für die technischen Anforderungen im Automobilbau. [Beitrag lesen]

Den Baukasten der Natur nutzen

Die BRAIN AG entwickelt bioaktive Stoffe, um chemische Prozesse durch umweltfreundliche Verfahren zu ersetzen. Das hilft Material und Energie zu sparen. Den Unternehmensgründer Dr. Holger ­Zinke zeichnete die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) jetzt mit dem Deutschen Umweltpreis 2008 aus.

Klimaneutrales Wohlfühl-Hotel

Mit seiner ganzheitlichen, am Nachhaltigkeitsgedanken orientierten Philosophie gewinnt das Bio-Seehotel Zeulenroda immer mehr Gäste – und immer wieder Auszeichnungen der Fachwelt. Mit der „Arena für Nachhaltigkeit“ bietet es zudem ein bundesweit beachtetes Forum zum Nachhaltigen Wirtschaften.

Der Nachhaltigkeitsmanager Paul Söbbeke

„100 Prozent Bio“, das ist die Devise für den Erfolg seines Unternehmens – seit 20 Jahren. 1988 leitete Paul Söbbeke den Wandel der traditionsreichen Molkerei seiner Eltern zu Deutschlands führender Biomolkerei ein: „Drei Biobauern aus der Nachbarschaft fragten mich, ob wir nicht ihre Milch zu Bioprodukten verarbeiten könnten“, erinnert sich der heute 55-Jährige. Aus den 300 000 Litern Biomilch, die anfangs pro Jahr verarbeitet wurden, sind heute 45 Millionen Liter geworden. Mittlerweile beliefern 150 Biobauern seine Molkerei in Gronau. Sie kommen schon längst nicht mehr nur aus dem Münsterland, arbeiten aber alle nach den Richtlinien der Verbände Bioland, demeter oder Naturland.

Die Herausgeber berichten

Wuppertal Institut

Der ökologische Rucksack finnischer Haushalte

Debatte um „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“

Coltan – ein seltenes Metall und die Kriegshandlungen im Kongo

Deutscher Umweltpreis für Ernst Ulrich von Weizsäcker

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Effizienz-Agentur NRW

Zehn Jahre Effizienz-Agentur NRW

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Future e.V.

Welches Innovationspotenzial in CSR-Konzepten steckt

Netzwerk „Demografie und Beschäftigungsfähigkeit“ in ÖPNV-Unternehmen

2009 im Doppelpack: Ranking der Nachhaltigkeitsberichte

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