Ausgabe 02/2008: Vom Wissen zum Handeln – Chancen und Hindernisse für nachhaltigen Konsum

Editorial: Vom Wissen zum Handeln

Der Kopf des Menschen ist bekanntlich rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann. Über den Zeitraum, den es dafür benötigt, ist ebenso wenig ausgesagt, wie über die Konsequenzen, die jede Richtungsänderung für das Verhalten hat. So stimmen 87 Prozent der Deutschen der Forderung zu, man müsse konsequent auf erneuerbare Energien „umsteigen“. [Beitrag lesen]

Thema

Der Blaue Engel wartet auf Unterstützung

Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie Deutschlands enthält neben Anstrengungen zum bewussten Umgang mit Rohstoffen und Energie auch die Förderung nachhaltigen Konsums. Um dabei Fortschritte zu erreichen, sollte sich die Politik auf Schlüsselthemen konzentrieren.

Von schönen guten Waren

Noch steckt der nachhaltige Konsum in seinen Kinderschuhen. Doch getrieben von hohen Lebensmittel- und Energiepreisen, wächst er nun offenbar zügig heraus. Kunden kaufen nicht nur gern Bio-Lebensmittel, sondern achten auch auf Effizienzlabel bei Elektrogeräten. Bei Konsumforschern und Unternehmen kommt das Thema ebenfalls an.

Vom Lebensstil zur Nachhaltigkeit

Die LoHaS sind eine Konsumentenelite mit Sogwirkung. Die Konsumforschung nimmt sie als wachsende Zielgruppe der nachhaltigen Wirtschaft wahr. Zudem gibt es erstmals Daten über den ökologischen Rucksack von Haushalten.

Chancen und Grenzen für verantwortlichen Konsum

Der Verbraucher bestimmt mit seinen Kaufentscheidungen darüber, welche Produkte am Markt erfolgreich sind. Je mehr er dabei zu sozial- und umweltverträglich Hergestelltem greift, desto größere Fortschritte macht die Volkswirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit. Soweit die Theorie. Welche Hindernisse einem „verantwortlichen“ Konsum entgegenstehen und wo dennoch positive Trends erkennbar sind, erläutert Professor Karl-Werner Brand im factorY-Interview. Er ist Professor für Soziologie an der TU München und hat viele Jahre die Münchner Projektgruppe für Sozialforschung e.V. geleitet.

Mit Understatement zur Nachhaltigkeit

Standpunkt von Dagmar Fritz-Kramer

Projekte

Innovationen mit Kundenunterstützung

Wie können nachhaltiger Konsum und neue Entwicklungen von Produkten und Dienstleistungen von Unternehmen zusammengeführt werden? Durch „Nutzerintegration“ in den Innovationsprozess lautet die allgemeine Antwort, an deren Konkretion ein soeben gestartetes Projekt arbeitet, das Professor Frank-Martin Belz (TU München) leitet.

Wie hoch sind die Potenziale?

Neue Technologien, Produkte und Strategien versprechen mehr Gewinn bei Materialeffizienz und Ressourcenschonung. Eine Umfrage unter Unternehmen, Wissenschaftlern und Beratern soll klären, wie hoch sie die Potenziale einschätzen.

Sparbuch für den Klimaschutz

Mit einer ebenso originellen wie überzeugenden Idee können Unternehmen ihre Mitarbeiter für den Klimaschutz motivieren. Sie heißt das „Klimasparbuch“, wurde von der Provinzial Rheinland Versicherung jetzt eingeführt und sucht andere Unternehmen zur Nachahmung.

Nachhaltig Wirtschaften ist besser als CSR

Corporate Social Responsibility (CSR) scheint manchen als Konzept attraktiver als Nachhaltiges Wirtschaften. Doch besteht die Gefahr, dass damit die wesentlich anspruchsvollere Herausforderung des Nachhaltigen Wirtschaftens an den Rand der politischen und wirtschaftlichen Debatte gedrängt wird.

Wegweiser zum zukunftsfähigen Produkt

Kostenbewusstsein und ökologische Vernunft sollten nicht nur bei der Gestaltung effizienter Produktionsprozesse Hand in Hand gehen, sie lassen sich auch mit der Produktentwicklung bestens vereinbaren. Mit JUMP („Ja zur Umweltgerechten Produktgestaltung“) zeigt die Effizienz-Agentur NRW, welche Vorteile sich daraus für

kleine und mittlere Unternehmen ergeben können.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Am 5. Dezember 2008 wird in Düsseldorf zum ersten Mal der Deutsche Nachhaltigkeitspreis verliehen. Die Initiative wird von einer Vielzahl an Organisationen und Persönlichkeiten getragen. Bundespräsident Horst Köhler hat die Schirmherrschaft für die Preisverleihung übernommen.

Unternehmen

Altbausanierung mit Weitblick

Wer sein Haus solide dämmen will und eine kostengünstige Lösung sucht, ist hier an der richtigen Adresse: Die Innodämm GmbH in Paderborn liefert mit den ökologischen Baustoffen auch ein Sanierungskonzept, das auf die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme(n) achtet.

Raps nachhaltig nutzen

Rapsöl hat Zukunft. Als gesundes Nahrungsmittel und als Biotreibstoff. Dass die beiden Nutzungen keineswegs als Gegensatz zu sehen sind, zeigt die Teutoburger Ölmühle mit ihrem vielfach ausgezeichneten Konzept.

Viel versprechender E-Transporter

Einen Schub für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen bringt ein neues Transportfahrzeug aus den Niederlanden. Automobilentwickler DuraCar hat seinen innovativen Van QUICC! vor kurzem beim 17. Cleantech Forum in Brüssel vorgestellt.

Mehr Durchblick beim Mehrwert

Pilkington ist einer der größten Glashersteller der Welt. Sein selbstreinigendes Glas „Activ“ trägt eine dünne lichtaktive Schicht im Nanobereich. Beim Marketing setzt der Hersteller nicht auf die umweltökonomischen Vorteile sondern auf die gewonnene

Freizeit.

Und es ist Licht

Das meiste Fahrradzubehör stammt heute aus Fernost. Gerade die Fahrradleuchten sind Massengüter, die nicht viel kosten dürfen. Trotz der importierten Massenware überlebt ein Familienunternehmen in Meinerzhagen mit frischen Ideen und Qualität – durch

gemeinsame Innovationspolitik.

Der Nachhaltigkeitsmanager Stefan Löbbert

„Wenn man es richtig macht, macht man eigentlich nur das, was sowieso gemacht werden muss.“ Das klingt wenig spektakulär und ist eher im Sinn einer Selbstverständlichkeit gemeint. Denn eigentlich müsste jedes Unternehmen das Öko-Audit der Europäischen Union (EMAS – Eco- Management and Audit Scheme) nutzen, meint Bernd Wiederhold.

Die Herausgeber berichten

Wuppertal Institut

Materialeffizienz und Ressourcenschonung – das Großprojekt „MaRess“ startet

„Holzwende 2020plus“-Projekt erfolgreich abgeschlossen

Broschüren zum „Zukunftsdialog Rohstoffproduktivität und Ressourcenschonung“

Effizienz-Agentur NRW

Ressourceneffizienz weltweit

Future e.V.

future-Strategietagung 2008

future-Umweltbeauftragte besuchen Cherry GmbH

NeW – Nachhaltig erfolgreich Wirtschaften